00:40 30 Oktober 2020
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    In Minsk sind am Samstag mehrere Personen wegen der Teilnahme an nicht genehmigten Veranstaltungen festgenommen worden, teilte Natalja Ganusewitsch, die Sprecherin der Städtischen Hauptabteilung für innere Angelegenheiten des Exekutivkomitees Minsk, der Agentur RIA Novosti mit.

     „Im Allgemeinen war die Situation ruhig, aber mehrere Personen wurden festgenommen, weil sie an nicht genehmigten Veranstaltungen teilgenommen hatten“, sagte Ganusewitsch.

    Zugleich machte sie darauf aufmerksam, dass die „Polizei dazu auffordert, sich nicht für Provokationen in Telegram-Kanälen einfangen zu lassen und die eigene Freizeit zu organisieren, ohne sich in Massengruppen zu versammeln“.

    Am Samstag wurde über einige Telegram-Kanäle ein Aufruf verbreitet, an einer Protestaktion – einem „Frauenmarsch“ – zur Unterstützung der in Weißrussland in Gewahrsam genommenen Bürger teilzunehmen, die die Opposition als politische Gefangene betrachtet. Berichten zufolge gab es in Minsk keine großen Versammlungen; die Demonstranten – Mädchen mit Blumen – spazierten auf dem Prospekt der Unabhängigkeit.

    Lage in Weißrussland

    Anfang August fanden in Weißrussland Präsidentschaftswahlen statt. Alexander Lukaschenko hatte sich zum sechsten Mal in Folge zum Wahlsieger ausrufen lassen. Nach Angaben der weißrussischen Wahlbehörde kam der seit 1994 regierende Lukaschenko auf 80,1 Prozent der Stimmen. Seine Hauptrivalin Swetlana Tichanowskaja kam auf etwa zehn Prozent. Die Opposition hatte die Niederlage ihrer Anführerin nicht anerkannt und erklärte Tichanowskaja zur wahren Siegerin des Wahlrennens. Es kam zu Massenprotesten in vielen Städten des Landes.

    Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt. Nach offiziellen Angaben wurden in den ersten Tagen über 6700 Menschen festgenommen. Wie das Innenministerium des Landes berichtete, wurden bei den Unruhen Hunderte von Menschen, darunter über 130 Strafverfolgungsbeamte, verletzt. Die Behörden haben den Tod von drei Demonstranten offiziell bestätigt.

    Die Protestaktionen dauern bis heute an, die größten Veranstaltungen finden am Wochenende statt. Auch die Anhänger von Präsident Alexander Lukaschenko, der am 23. September für die neue Amtszeit vereidigt worden war, führen ihre Veranstaltungen durch.

    Minsk hatte wiederholt betont, dass die Proteste aus dem Ausland koordiniert würden. Laut Lukaschenko mischt sich der Westen in die Situation im Land ein: Die Unruhen würden von den USA aus gelenkt und die Europäer „spielen mit“.

    pd/sb/sna

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    Tags:
    Veranstaltungen, Opposition, Festnahme, Marsch, Frauen, Protest, Alexander Lukaschenko, Wahl, Minsk