04:28 29 Oktober 2020
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    Infolge des armenisch-aserbaidschanischen Konflikts ist bei einem Raketentreffer ein Wohnhaus in der aserbaidschanischen Stadt Gjandscha zerstört worden. Sieben Menschen kamen dabei ums Leben, 33 weitere wurden verletzt, hieß es in der Generalstaatsanwaltschaft der Republik Aserbaidschan.

    BErgkarabachZunächst war die Rede von fünf Todesopfern und 28 Verletzten. Unter den Verletzten seien auch Kinder, hieß es.

    Wie das aserbaidschanische Verteidigungsministerium am Sonntagmorgen mitteilte, sei die zweitgrößte Stadt Aserbaidschans, Gjandscha, von armenischem Territorium aus beschossen worden. Das Verteidigungsministerium Armeniens wies diese Information zurück.

    Nach Angaben des aserbaidschanischen Zivilschutzministeriums seien aus den Haustrümmern Leichen und Verletzte geborgen worden.

    Seit der Verschärfung des Konfliktes um das Gebiet Bergkarabach, das mehrheitlich von Armeniern bewohnt ist und völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehört, werfen Armenien und Aserbaidschan einander vor, friedliche Ortschaften zu beschießen. Die beiden Seiten leugnen ihre Beteiligung an den Feuerangriffen.

    Lage in Bergkarabach

    Am 27. September hatte sich die Situation in der selbsterklärten Republik Bergkarabach zugespitzt. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien rief wegen der Zuspitzung den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung aus. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, in einigen Städten und Regionen das Kriegsrecht auszurufen.

    Am Donnerstag lud der russische Präsident, Wladimir Putin, die Außenminister beider Länder nach Moskau ein, um einen Waffenstillstand zu schließen.

    In Moskau wurden am Freitag Konsultationen zwischen den Außenministern von Russland, Armenien und Aserbaidschan durchgeführt. Im Ergebnis der Beratungen ist am Samstag um 10:00 Uhr (MESZ) ein Waffenstillstand in Kraft getreten, der einen Austausch von Gefangenen und Toten ermöglichen soll. Am selben Tag beschuldigten die Konfliktseiten einander, den Waffenstillstand zu verletzen.

    Russlands Außenminister Sergej Lawrow führte am Samstagabend Telefongespräche mit seinen Amtskollegen in Aserbaidschan und Armenien, die sich zu dem vereinbarten Waffenstillstand in der Region Bergkarabach bekannt haben.

    Wie das russische Außenministerium mitteilte, hätten der Außenminister Aserbaidschans, Jeyhun Bayramov, sowie sein armenischer Amtskollege, Sohrab Mnazakanjan, die Notwendigkeit betont, die vereinbarte Waffenruhe strikt einzuhalten.

    ls/ae

     

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    Tags:
    Sergej Lawrow, Wladimir Putin, Russland, Armenien, Aserbaidschan