06:05 27 Oktober 2020
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    Mehrere Dutzend Demonstranten sind am Sonntag in Minsk bei einer nicht erlaubten Protestaktion festgenommen worden. Dies teilte Natalja Ganusewitsch, die Sprecherin der Städtischen Hauptabteilung für innere Angelegenheiten des Exekutivkomitees Minsk, der Agentur RIA Novosti mit.

    „Mehrere Dutzend Teilnehmer einer nicht genehmigten Massenveranstaltung in Minsk sind festgenommen worden. Sie wurden zur Untersuchung auf die Territorialpolizeistationen gebracht“, sagte Ganusewitsch.

    Allein in die Oktjabrski-Bezirksverwaltung für innere Angelegenheiten in Minsk hätten Polizeibeamte 26 Demonstranten und etwa 20 Journalisten gebracht, berichtete ein Korrespondent von RIA Novosti vor Ort.

    Am Sonntag veranstaltete die Opposition in Minsk die nicht genehmigte Protestkundgebung „Marsch des Stolzes“.

    Lage in Weißrussland

    Anfang August fanden in Weißrussland Präsidentschaftswahlen statt. Alexander Lukaschenko hatte sich zum sechsten Mal in Folge zum Wahlsieger ausrufen lassen. Nach Angaben der weißrussischen Wahlbehörde kam der seit 1994 regierende Lukaschenko auf 80,1 Prozent der Stimmen. Seine Hauptrivalin Swetlana Tichanowskaja kam auf etwa zehn Prozent. Die Opposition hatte die Niederlage ihrer Anführerin nicht anerkannt und erklärte Tichanowskaja zur wahren Siegerin des Wahlrennens. Es kam zu Massenprotesten in vielen Städten des Landes.

    Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt. Nach offiziellen Angaben wurden in den ersten Tagen über 6700 Menschen festgenommen. Wie das Innenministerium des Landes berichtete, wurden bei den Unruhen Hunderte von Menschen, darunter über 130 Strafverfolgungsbeamte, verletzt. Die Behörden haben den Tod von drei Demonstranten offiziell bestätigt.

    Die Protestaktionen dauern bis heute an, die größten Veranstaltungen finden am Wochenende statt. Auch die Anhänger von Präsident Alexander Lukaschenko, der am 23. September für die neue Amtszeit vereidigt worden war, führen ihre Veranstaltungen durch.

    Minsk hatte wiederholt betont, dass die Proteste aus dem Ausland koordiniert würden. Laut Lukaschenko mischt sich der Westen in die Situation im Land ein: Die Unruhen würden von den USA aus gelenkt; und die Europäer „spielen mit“.

    pd/sb/sna

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    Swetlana Tichanowskaja, Alexander Lukaschenko, genehmigen, Wahl, Opposition, Minsk, Protestler, Weißrussland