04:23 29 Oktober 2020
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    Das russische Versorgungsschiff „Iwan Sidorenko“ hat den Hafen Swetly bei Kaliningrad verlassen. Das geht aus Angaben des Navigationsportals Marine Traffic hervor.

    Das Schiff ist für Arbeiten mit Halbtaucher-Bohrplattformen geeignet und hat einen uneingeschränkten Fahrtbereich. Seit Juli befand es sich mit einem weiteren Schiff dieses Typs, der „Ostap Scheremet“, bei Kaliningrad. Die „Ostap Scheremet“ ist nach wie vor im Hafen.

    Baustelle von Nord Stream 2 in Lubmin
    © Sputnik / Alexey Witwizkij
    Anfang September traf die „Iwan Sidorenko“ in St. Petersburg ein. Von dort steuerte sie den deutschen Hafen Mukran auf Rügen, der logistischen Basis für das Projekt Nord Stream 2, an. Nach weniger als einem Tag Ankerzeit in Mukran kehrte das Schiff nach Russland zurück.

    Nord Stream 2

    Das Nord-Stream-2-Projekt umfasst den Bau von zwei Strängen einer Gaspipeline mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr von der russischen Küste durch die Ostsee bis nach Deutschland.

    Die Pipeline verläuft in Territorialgewässern von Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland und kostet rund zehn Milliarden Euro. Die Behörden in Schweden hatten dem Projekt 2018 ihre Zustimmung gegeben. Es wird je zur Hälfte vom russischen Energieriesen Gazprom und den fünf europäischen Unternehmen OMV, Wintershall Dea, Engie, Uniper und Shell finanziert. Die USA, die verflüssigtes Erdgas auf den europäischen Markt bringen wollen, treten gegen den Bau der Gaspipeline auf. Washington hatte im Dezember Sanktionen gegen das Nord Stream 2-Projekt verhängt und von den Partnerunternehmen einen unverzüglichen Arbeitsstopp gefordert. Das schweizerische Unternehmen Allseas stellte die Arbeit ein. US-Politiker erwägen derzeit eine Erweiterung der Restriktionen.

    Offiziell teilte der Konzern Gazprom im August nur mit, dass er weiter zu seinen Plänen zum Weiterbau von Nord Stream 2 stehe und die dafür notwendigen Arbeiten erfülle. Das Unternehmen sei jedoch in der öffentlichen Preisgabe der Informationen beschränkt, unter anderem wegen des erheblichen Drucks, der auf das Projekt ausgeübt werde.

    Wie geht es mit Nord Stream 2 weiter?

    Mit dem Fall Alexej Nawalny ist das russisch-deutsche Projekt nach den US-Sanktionsdrohungen zusätzlich unter Druck geraten. Ungeachtet dessen scheint es für den Betreiber noch einen Spielraum zu geben.

    Wie Sputnik zuvor berichtete, hatte Dänemark dem Betreiber der Gaspipeline, der Nord Stream 2 AG, eine Genehmigung zum Betrieb der heftig angefeindeten Gaspipeline erteilt. Die Nord Stream 2 AG könne Nord Stream 2 nutzen, wenn sie ihre Verpflichtungen für den sicheren Betrieb der Pipeline erfüllen werde. Insbesondere müsse mindestens einer der Gasleitungsstränge den erforderlichen Tests und Inspektionen unterzogen werden. Hiermit hat Gazprom quasi keine förmlichen Hindernisse, um das Projekt fertigzubauen.

    mo/ae/sna

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