13:46 30 Oktober 2020
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    Die russischen Komiker Wowan (Wladimir Kusnezow) und Lexus (Alexej Stoljarow) haben laut der Nachrichtenagentur RIA Novosti in einem Telefongespräch mit Abgeordneten des dänischen Parlaments die EU-Sanktionen gegen Weißrussland besprochen. Dabei gaben sich die Witzbolde als die weißrussische Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja aus.

    Zuvor teilte der Pressedienst des dänischen Parlaments mit, dass sich am 6. Oktober ein Unbekannter dem Online-Treffen des außenpolitischen Ausschusses des dänischen Parlaments angeschlossen hätte. Dabei gab sich der Unbekannte als Swetlana Tichanowskaja aus, weigerte sich aber, wegen technischer Schwierigkeiten die Kamera einzuschalten. So hätten die dänischen Politiker „Tichanowskaja“ nicht gesehen, so der Pressedienst.

    Schon nach dem Treffen rief der Ausschuss die Vertreter von Swetlana Tichanowskaja an, welche bestätigten, dass sich eine andere Person als sie ausgegeben hätte. Dabei sagte der Sprecher von Tichanowskaja, dass das Umfeld der weißrussischen Politikerin daran nichts Schlechtes sehe und diesen Vorfall als einen Grund zum Lachen betrachte.

    Auch die russischen Pranker teilten gegenüber RIA Novosti mit, dass sie tatsächlich aus Spaß die dänischen Abgeordneten angerufen und sich dabei als Swetlana Tichanowskaja und ihren Berater Franak Wjatschorka ausgegeben hätten.

    Den russischen Komikern zufolge wurden zu Beginn des Gesprächs die Situation in Weißrussland, die europäischen Sanktionen gegen weißrussische Behörden sowie Russland, das Präsident Alexander Lukaschenko unterstützt, besprochen. Dabei sagte „Tichanowskaja“, dass sie „sehr traurig über die Weigerung der EU, Lukaschenko auf die Sanktionsliste zu setzen“, sei. Zudem war auch die Rede von den möglichen Sanktionen gegen die Gaspipeline Nord Stream 2.

    Dabei versicherten die Abgeordneten der „weißrussischen Politikerin“, dass sie selbst „gerne Sanktionen gegen Nord Stream 2 verhängen würden, aber keinen rechtlichen Grund dafür hätten, die Umsetzung des Projekts zu stoppen“.

    Gleichzeitig antwortete der Vorsitzende des Ausschusses, Martin Lidegaard, auf die Frage über Dänemarks Position in Bezug auf Sanktionen gegen die russischen Behörden aufgrund der angespannten Lage in Weißrussland:

    „Dänemarks Position besteht darin, dass man darauf mithilfe von Sanktionen reagieren muss“, sagte der Politiker.

    Außerdem sagte er, dass es jetzt innerhalb der EU lebhafte Diskussionen zu diesem Thema gebe. Allerdings sei die dänische Regierung nicht bereit, die Sanktionen alleine zu verhängen.

    „Dies kann nur zusammen mit anderen EU-Ländern geschehen“, sagte Lidegaard.

    Wowan und Lexus

    Das russische Komikerduo ist für seine Streiche mit Prominenten bekannt. Unter den Opfern waren unter anderem Politiker wie Boris Johnson, Andrzej Duda und Bernie Sanders sowie der britische Popstar Elton John und der US-Schauspieler Joaquin Phoenix.

    ac/sb

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