05:52 27 Oktober 2020
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    Hunderte Kämpfer aus Syrien, die mit der Türkei verbündet sind, haben sich den Kampfhandlungen zwischen Aserbaidschan und Armenien um Bergkarabach angeschlossen. Weitere Hunderte bereiten sich auf ihre Entsendung vor. Das teilte die Zeitung „Wall Street Journal“ unter Verwies auf zwei syrische Insider mit.

    Wie ein Syrer, der an der Verlegung teilgenommen haben soll, gegenüber dem Blatt sagte, würden Kämpfer seit Mitte September in Gruppen von je 100 Mann in die Konfliktzone in Bergkarabach entsendet werden.

    Laut dem zweiten Insider sind hunderte Kämpfer bereits nach Bergkarabach verlegt worden. Dutzende Extremisten seien aber wegen erbitterter Kämpfe zurückgekehrt.

    Wie der Insider ferner mitteilte, erhalten Kämpfer bis zu 2000 US-Dollar (zirka 1700 Euro) monatlich für die Teilnahme an Kämpfen. Für das vom Krieg zerstörte Syrien sei das eine beträchtliche Summe. Es sei den Leuten schon egal, auf wessen Seite sie kämpfen, sie bräuchten nur Geld, so der Insider.

    Die Zahl der Toten unter den syrischen Kämpfern wächst dem Insider zufolge sehr schnell, wobei rund 200 Mann bereits darum gebeten hätten, zurück gebracht zu werden.

    Zudem teilte das Blatt unter Berufung auf zwei türkische Beamte mit, dass die Türkei in Aserbaidschan zweiwöchige Militärübungen organisiert und Angriffsdrohnen an dieses Land geliefert habe.

    Zuvor hatte der französische Staatschef Emmanuel Macron mitgeteilt, dass Frankreich über Informationen verfüge, die darauf hindeuten, dass Mitglieder dschihadistischer Terrormilizen das Operationsgebiet in Syrien verlassen hätten, um sich an Kampfhandlungen in Bergkarabach zu beteiligen.

    „Haben keine Kämpfer aus Syrien“: Aserbaidschans Präsident fordert Entschuldigung Frankreichs

    Der aserbaidschanische Präsident Ilcham Alijew hat Frankreich dazu aufgefordert, sich für diese Behauptungen und Worte Macrons, dass Baku mit Terrormilizen zusammen agiere, zu entschuldigen.

    Auch das russische Verteidigungsministerium hatte am Montag seine Besorgnis zum Ausdruck gebracht, dass gemeldet wurde, Kämpfer aus den im Nahen Osten aktiven Terrorgruppierungen seien in die Konfliktzone in Bergkarabach verlegt worden.

    Eskalation im Südkaukasus

    Am 27. September hatte sich die Situation in Bergkarabach zugespitzt. Dabei machen Baku und Jerewan sich gegenseitig dafür verantwortlich.

    Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium behauptet, die armenischen Streitkräfte hätten die Ortschaften an der Frontlinie in Bergkarabach beschossen, während die aserbaidschanischen Truppen eine Gegenoffensive durchgeführt hätten. Es gebe Tote unter Zivilisten und Soldaten, hieß es. Das armenische Militär beteuerte wiederum, dass Aserbaidschan Luft- und Raketenangriffe auf Bergkarabach, einschließlich der Hauptstadt Stepanakert, durchgeführt hätte.

    In Armenien wurden inzwischen der Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung ausgerufen; den Männern im Alter von 18 bis 55 Jahren wurde die Ausreise verboten.

    Der Präsident von Aserbaidschan, Ilcham Alijew, verhängte eine Ausgangssperre im Land. Zudem kündigte er eine teilweise Mobilmachung sowie den Kriegszustand in einer Reihe von Städten und Regionen an.

    Die Staatschefs Russlands, der USA und Frankreichs – die Co-Vorsitzenden der Minsker OSZE-Gruppe für Bergkarabach – riefen die Konfliktseiten zur unverzüglichen Einstellung der Kampfhandlungen auf. Die Türkei erklärte dagegen, sie werde Aserbaidschan jede Unterstützung, darunter auch militärische, gewähren, um die Baku bitten werde.

    ns/tm

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    Tags:
    Türkei, OSZE, Ilham Alijew, Frankreich, USA, Russland, Wall Street Journal, Bergkarabach-Konflikt, Aserbaidschan, Armenien