05:41 27 Oktober 2020
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    Der oppositionelle russische Blogger Alexej Nawalny mietet nach Angaben des deutschen Politologen Alexander Sosnowski ein Haus in Ibach im baden-württembergischen Schwarzwald.

    „Der Ort ist schwer zugänglich, wird gut bewacht. Die Mieten sind unerschwinglich“, schrieb Sosnowski am Mittwoch in seinem Telegram-Kanal unter Berufung auf eigene nicht genannte Quellen. Sosnowski hat nach eigenen Angaben deutschlandweit verzweigte Kontakte zu diversen Amtsträgern und Politikern.

    Er warte, dass seine Daten entweder von Nawalny selbst oder von seinem Team dementiert würden, schrieb Sosnowski.

    Nawalnys Konten gesperrt

    Zuvor hatte sich Nawalny darüber beschwert, dass seine Bankkonten gesperrt sind. Der Oppositionelle nannte ferner die Namen jener, die seine Behandlung in Deutschland bezahlt hatten: der Geschäftsmann Jewgeni Tschitschwarkin,  der Wirtschaftsexperte Sergej Alexaschenko und der IT-Fachmann Roman Iwanow. Für Nawalnys Überflug aus dem sibirischen Omsk nach Berlin soll der Geschäftsmann Boris Simin aufgekommen sein.

    Fall Nawalny                          

    Der russische Blogger und Kremlkritiker Alexej Nawalny war am 20. August auf einem Inlandsflug ohnmächtig geworden. Er wurde zunächst in einem Omsker Krankenhaus behandelt und dort in ein künstliches Koma versetzt. Örtliche Ärzte stellten bei dem Blogger schwere Stoffwechselstörungen und einen extrem hohen Zuckerwert im Blut fest. Die Ursache war zunächst unklar. Aber in jedem Fall konnten weder im Blut noch im Urin Gifte jeglicher Art nachgewiesen werden.

    Der 44-Jährige wurde später auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt. Kurz danach erklärte die Bundesregierung unter Berufung auf Militärmediziner, dass Nawalny mit einem Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet worden sei. Später gab Deutschland alle Unterlagen im Fall Nawalny an die OPCW weiter.

    Anfang September wurde Nawalny aus dem Koma geholt und bereits am 23. September aus der Berliner Charité entlassen.

    Maas: Russland sollte Ermittlungen übernehmen

    Bundesaußenminister Heiko Maas zufolge könnte und müsste die Causa Nawalny von der russischen Seite ermittelt werden.

    „Wenn eine Tat wie der Mordanschlag auf Herrn Nawalny in Sibirien an einem russischen Staatsbürger stattfindet, dann muss und kann nur die russische Justiz ermitteln. Alle Spuren, Zeugen, Beweismittel die man braucht, um zu ermitteln, befinden sich in Russland, ebenso die ersten Blutproben. Erst zwei Tage nach der Tat ist Herr Nawalny ja zur medizinischen Behandlung nach Deutschland gekommen“, hatte Maas am Vortag gesagt.

    Zuvor hatte der Westen, allen voran Deutschland und Frankreich, Russland die fehlende Beihilfe bei den Ermittlungen vorgeworfen und damit sogar neue Sanktionen begründet. Am Mittwoch brachten die EU-Außenminister weitere Restriktionsmaßnahmen gegen sechs russische Amtsträger und ein Forschungsinstitut auf den Weg.

    am/gs

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    Aufenthaltsort, Alexej Nawalny, Alexander Sosnowski, Deutschland, Russland