17:53 19 Oktober 2020
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    Angesichts des erneut entbrannten Bergkarabach-Konflikts hat der russische Präsident Wladimir Putin in einem Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan die Notwendigkeit von gemeinsamen Anstrengungen betont. Laut dem Kremlchef kann nur so das Blutvergießen beendet werden.

    Beide Präsidenten hätten auf die Einhaltung der Waffenruhe verwiesen, auf die sich Armenien und Aserbaidschan am 10. Oktober unter russischer Vermittlung geeinigt hätten. Sie hätten sich auch für die politische Regulierung des Konflikts ausgesprochen. Dringend notwendig seien gemeinsame Anstrengungen, nur so könne das Blutvergießen beendet werden, betonte Putin in dem Gespräch.

    Ferner sei „die Hoffnung geäußert“ worden, dass die Türkei als Mitglied der Minsker Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) „einen konstruktiven Beitrag zur Deeskalation des Konflikts leisten wird“. Der russische Präsident habe sich zudem „ernsthaft darüber besorgt“ gezeigt, dass sich auch islamistische Kämpfer an dem Konflikt beteiligen würden, so der Kreml weiter.

    Am 9. Oktober trafen die Außenminister von Armenien und Aserbaidschan auf Initiative Russlands zusammen. In den mehr als zehn Stunden dauernden Verhandlungen einigten sich die Konfliktparteien auf einen Waffenstillstand sowie auf einen Gefangenen- und Gefallenenaustausch. Doch schon bald darauf meldeten beide Seiten Verstöße gegen die Waffenruhe. Der russische Außenminister Sergej Lawrow brachte kürzlich die Entsendung von Friedenstruppen ins Gespräch. Diese sollten über die Einhaltung der Waffenruhe in Bergkarabach wachen. Ein dementsprechender Mechanismus müsste dann auf militärischer Ebene und von den betroffenen Seiten vereinbart werden, sagte Lawrow in einem Interview mit russischen Journalisten.

    Angeblicher Einsatz von Söldnern

    Die Türkei hatte sich nach dem Ausbrechen des Konflikts in Bergkarabach auf die Seite von Aserbaidschan gestellt und dem Land seine Bereitschaft zu umfangreicher, darunter militärischer, Unterstützung signalisiert. Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan warf Ankara mehrmals vor, an den Kampfhandlungen in Bergkarabach aufseiten Aserbaidschans beteiligt zu sein. So sollen nach seinen Angaben hochrangige türkische Militärangehörige bei einigen Operationen das Kommando gehabt haben.

    Laut einem Bericht der US-Zeitung „Wall Steet Journal“ soll Ankara bereits Hunderte mit der Türkei verbundene syrische Kämpfer in die Konfliktzone entsendet haben. Präsident Erdogan hat die Vorwürfe jüngst zurückgewiesen. Bereits Ende September tauchten Meldungen über den Einsatz von Söldnern in Bergkarabach auf. Moskau zeigte sich darüber zutiefst beunruhigt, da dies „langfristige Gefahren für die Sicherheit aller Länder in der Region mit sich bringen“ könnte.

    mka/sna/gs

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