05:06 20 Oktober 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    8776
    Abonnieren

    In Bergkarabach gibt es laut dem Staatschef Aserbaidschans Ilcham Alijew keine türkische Militärbeteiligung. Zum Thema äußerte er sich in einem Interview mit dem TV-Sender „France 24“.

    „Es gibt keine Militärbeteiligung der Türkei“, sagte Alijew. Laut seinen Worten sind solche Berichte Fake-News.

    „Wir nutzen türkische Militärausrüstung, das ist wahr. Aber wir nutzen auch Militärausrüstung Russlands, (…) Israels, (…) anderer Länder“, erläuterte er weiter.

    Alijew betonte, dass Aserbaidschan im Gegensatz zu Armenien die Militärausrüstung nicht kostenlos erhalte, sondern finanziell dafür aufkomme. Die Türkei beteilige sich auf keinen Fall an dem Prozess, unter Ausnahme der politischen Ebene. „Hier gibt es keine türkischen Kräfte“, fuhr er fort.

    Türkische F-16-Maschinen in Aserbaidschan

    Laut Alijew befinden sich zwar türkische F-16-Kampfjets auf dem aserbaidschanischen Territorium, sie seien aber lediglich nach gemeinsamen Militärübungen dort geblieben.

    „Übrigens hatten wir mit der Türkei voriges Jahr zehn gemeinsame Manöver, darunter auch Übungen der Luftstreitkräfte. In diesem Jahr haben wir aufgrund der Pandemie nur zwei Übungen durchgeführt. Es kam so, dass nach dem Militärmanöver die aktuellen Zusammenstöße begannen. Daher haben wir beschlossen, die F-16 auf dem Boden zu lassen und sie sind auch auf dem Boden und nicht in der Luft.“

    Eskalation im Südkaukaukasus

    Am 27. September hatte sich die Situation in der selbsterklärten Republik Bergkarabach zugespitzt. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, die seitdem andauern. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien rief wegen der Zuspitzung den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung aus. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, in einigen Städten und Regionen das Kriegsrecht auszurufen.

    Die internationale Gemeinschaft forderte die Parteien auf, Zurückhaltung zu zeigen. Die Türkei erklärte ihrerseits, sie werde Aserbaidschan jede Unterstützung gewähren, auch militärische, um die Baku bitten werde.

    Moskau verwies zuvor darauf, dass Armenien Mitglied der Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit (OVKS) sei. Daher habe Russland gewisse Verpflichtungen gegenüber Armenien, hieß es.

    Bergkarabach-Konflikt

    Der Konflikt in der hauptsächlich von Armeniern bewohnten völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörenden Region Bergkarabach brach im Februar 1988 aus, nachdem das Autonome Gebiet Bergkarabach mit Verwaltungszentrum in Stepanakert den Austritt aus dem Staatsverband der damaligen Aserbaidschanischen SSR verkündet hatte. Im September 1991 rief Stepanakert die Republik Bergkarabach aus, zu der das frühere autonome Gebiet und einige benachbarte von Armeniern bewohnte Siedlungen gehörten. Baku erklärte diesen Schritt für gesetzwidrig und löste die Autonomie von Karabach auf.

    Daraufhin kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Die Karabach-Armenier wurden von armenischen Diasporen in aller Welt unterstützt, während Aserbaidschan mit Gewalt versuchte, die Abspaltung der Region zu verhindern. Am 12. Mai 1994 trat ein Waffenstillstandsabkommen in Kraft. Aserbaidschan verlor seine Kontrolle über Bergkarabach sowie gänzlich bzw. teilweise über sieben benachbarte Kreise.

    Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts werden seit 1992 im Rahmen der Minsker OSZE-Gruppe geführt. Ihre Co-Vorsitzenden sind die USA, Russland und Frankreich. Bei dem Konflikt kamen geschätzt rund 30.000 Menschen ums Leben.

    ak/sna/ae

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Reisen nur noch mit Anmeldung? – Spahn-Ministerium plant strengere Auflagen
    Nawalny von Kolonne deutscher Polizisten beim Spaziergang begleitet – US-Sender zeigt Video
    „Direkt über uns!“: Dieses Flugzeug möchten Nato-U-Boote lieber meiden
    Tags:
    Türkei, Ilcham Alijew, Armenien, Aserbaidschan, Bergkarabach-Konflikt