13:09 28 Oktober 2020
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    Norwegen will sich laut seiner Außenministerin Ine Eriksen Søreide den Sanktionen anschließen, die die Europäische Union wegen der Situation um den Blogger und Kreml-Kritiker Alexej Nawalny gegen Russland verhängen soll.

    „Norwegen schließt sich den Maßnahmen der Europäischen Union an, die die Nutzung von Chemiewaffen betreffen“, betonte die Außenministerin in einem Schreiben, das vom Sender NRK veröffentlicht wurde.

    Ihr zufolge stimmt Norwegen der von der EU erstellten Sanktionsliste zu

    Am Donnerstag soll die EU in einem offiziellen Magazin die Sanktionsliste von Personen und Organisationen veröffentlichen, die nach Ansicht der EU mit dem Fall Nawalny verbunden seien.

    Wie eine Quelle aus EU-Kreisen am Mittwoch gegenüber der Agentur RIA Novosti sagte, werde die neue Sanktionsliste im Rahmen desselben Sanktionsregimes der EU wegen „der Verbreitung und Nutzung von Chemiewaffen“ verabschiedet werden, wie es im „Fall der Skripals“ gewesen sei.

    Wie die Zeitung „The New York Times“ am Mittwoch  geschrieben hatte, könnten sechs  Personen, darunter auch der Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, und der erste Vizeleiter der russischen Präsidialverwaltung Sergej Kirijenko, auf die Sanktionsliste gesetzt werden.  

    EU bringt neue Russland-Sanktionen auf den Weg

    Die EU bringt nach dem angeblichen Giftanschlag auf den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny neue Russland-Sanktionen auf den Weg. Die Außenminister der EU-Staaten einigten sich am Montag bei einem Treffen in Luxemburg darauf, mit den notwendigen Vorbereitungen zu beginnen, wie die Deutsche Presse-Agentur von mehreren Diplomaten erfuhr.

    Fall Nawalny                         

    Der russische Blogger und Kremlkritiker Alexej Nawalny war am 20. August auf einem Inlandsflug ohnmächtig geworden. Er wurde zunächst in einem Omsker Krankenhaus behandelt und dort in ein künstliches Koma versetzt. Örtliche Ärzte stellten bei dem Blogger schwere Stoffwechselstörungen und einen extrem hohen Zuckerwert im Blut fest. Die Ursache war zunächst unklar. Aber in jedem Fall konnten weder im Blut noch im Urin Gifte jeglicher Art nachgewiesen werden.

    Der 44-Jährige wurde später auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt. Kurz danach erklärte die Bundesregierung unter Berufung auf Militärmediziner, dass Nawalny mit einem Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet worden sei. Später gab Deutschland alle Unterlagen im Fall Nawalny an die OPCW weiter.

    Anfang September wurde Nawalny aus dem Koma geholt und bereits am 23. September aus der Berliner Charité entlassen.

    OPCW-Bericht

    Vor einigen Tagen hatte die OPCW bekannt gegeben, dass die in den biomedizinischen Proben von Nawalny gefundenen Substanzen nicht auf der Liste der verbotenen Substanzen stehen würden. Sie seien nach ihren Eigenschaften denen von Nowitschok ähnlich.

    Experten zufolge bestätigten die Untersuchungsergebnisse, dass die beim Patienten identifizierten Biomarker des Cholinesterase-Hemmers ähnliche strukturelle Eigenschaften aufweisen wie die toxischen Chemikalien der Listen 1.A.14 und 1.A.15. Der OPCW-Bericht enthielt jedoch keine Erwähnung eines Nervenkampfstoffs.

    ns/ae

     

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    Tags:
    OPCW, Deutschland, Ine Eriksen Søreide, Alexej Nawalny, Sanktionen, Russland, EU, Norwegen