15:39 30 Oktober 2020
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    Der aserbaidschanische Präsident Ilcham Alijew hat das Vorgehen seines Landes im Bergkarabach-Konflikt als „Befreiungskrieg“ bezeichnet. Er prangerte die Präsenz Armeniens in Bergkarabach wiederholt als Besetzung an, die sich nach seiner Ansicht mit nichts rechtfertigen lässt.

    „Wissen Sie, jeder Krieg steht für Grausamkeit, Opfer, Menschenleiden und den Verlust von geliebten Menschen. Aber der Unterschied besteht darin, dass dies für das aserbaidschanische Volk ein Befreiungskrieg – und für Armenien ein Besetzungskrieg ist“, sagte Alijew gegenüber RIA Novosti.

    Das sei für alle offensichtlich, so der Präsident weiter. Auch die internationalen Vermittler wüssten von der Tatsache, dass eine sogenannte Armee von Bergkarabach nicht existiere. „In diesen Einheiten leisten heute (...) zu 90 Prozent Bürger Armeniens ihren Dienst“, betonte Alijew. 

    „Was tun sie dort? Auf international anerkanntem aserbaidschanischem Gebiet befinden sich heute armenische Besatzungskräfte. Und das lässt sich mit nichts rechtfertigen: Weder mit dem Völkerrecht noch mit der menschlichen Moral. Es ist unmöglich, 30 Jahre eine Politik zu führen, welche den Aserbaidschanern den Zugang zu ihrem ursprünglichen Land verwehrt. Das sind doch Territorien, auf denen die armenische Bevölkerung niemals gelebt hat“, sagte er. 

    Ein anderes Problem sei, so Alijew weiter, dass in diesen Gebieten alles zerstört sei. Um dorthin zurückkehren zu können, müssten enorme Kräfte und viel Zeit aufgewendet werden. Die Position Armeniens jedenfalls lasse sich mit nichts rechtfertigen, betonte er noch einmal. „Deshalb kämpfen und sterben wir und unsere Militärangehörigen auf aserbaidschanischem Land.“

    Inakzeptable Bedingungen für Frieden

    Alijew hatte zuvor Friedensverhandlungen mit Armenien abgelehnt und dies mit inakzeptablen Bedingungen vonseiten Armeniens begründet. Demnach beharre Jerewan darauf, dass Bergkarabach zu Armenien gehöre – nach Ansicht von Alijew ist das jedoch mit dem Völkerrecht unvereinbar und verstößt gegen das Verhandlungsformat, das von der Minsker Gruppe der OSZE geführt wird und seit 20 Jahren Bestand hat. Friedensgespräche könnten nur nach dem bedingungslosen Rückzug der armenischen Streitkräfte aus dem besetzten Gebiet aufgenommen werden, betonte Alijew.

    Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es Ende September zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, die seitdem andauern. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien rief wegen der Zuspitzung den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung aus. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, in einigen Städten und Regionen des Landes das Kriegsrecht auszurufen.

    mka/sna/gs

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    Ilham Alijew, Bergkarabach-Konflikt