15:56 30 Oktober 2020
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    Die Truppen Aserbaidschans sollen nach Angaben des aserbaidschainischen Präsidentden Ilcham Alijew in Bergkarabach weiterhin auf dem Vormarsch sein. Demnach nahmen die Streitrkäfte kürzlich weitere Ortschaften in Bergkarabach ein.

    „Die mannhafte aserbaidschanische Armee hat die Siedlungen Arysch, Doschulu, Edische, Djudjuktschju, Edili, Tschigarus von den Okkupanten befreit“, teilte Alijew per Twitter mit.

    ​In einem kürzlich ausgestrahlten Interview mit RIA Novosti bezeichnete Alijew das Vorgehen Aserbaidschans im Bergrabach-Konflikt als „Befreiungskrieg“. Er warf Armenien die jahrzehntelange Besetzung von aserbaidschanischem Land vor, welche sich mit nichts rechtfertigen lasse.

    Zuvor nahm er in einem Gespräch mit dem Fernsehsender „France 24“ Stellung zu den Vorwürfen Armeniens, wonach Baku tatkräftig von Ankara unterstützt wird. „Es gibt keine Militärbeteiligung der Türkei“, sagte er und fügte hinzu: „Wir nutzen türkische Militärausrüstung, das ist wahr. Aber wir nutzen auch Militärausrüstung Russlands, (…) Israels, (…) anderer Länder.“

    Die Türkei erklärte nach Ausbrechen der Kämpfe ihre Bereitschaft, Aserbaidschan im Bergkarabach-Konflikt sowohl am Verhandlungstisch als auch auf dem Kampffeld zu unterstützen. Auch nach Ansicht der Türkei hält Armenien seit Jahrzehnten aserbaidschanisches Land besetzt.

    Heraufbeschwörtes Übel

    Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan schloss mit Blick auf eine friedliche Lösung in Bergkarabach Gebietsabtretungen aus. Laut Paschinjan ist das gängige Prinzip „Territorium im Tausch für Frieden“ nicht hinnehmbar. Er verwies auf die Aufteilung der Tschechoslowakei in der Münchner Konferenz von 1938 und die verheerenden Folgen. „Die Frage besteht darin, ob die Welt das Auftauchen eines neuen Hitlers zulässt, diesmal in Kleinasien“, sagte Paschinjan.

    Zuvor hatte Paschinjan von einer „existenziellen Bedrohung“ und einer „Kriegserklärung an das armenische Volk“ gesprochen. Darüber hinaus rief er die internationale Gemeinschaft dazu auf, das Vorgehen von Aserbaidschan und der Türkei zu verurteilen und von Ankara den Rückzug aus der Region zu fordern. Armenien wirft der Türkei vor, an Kampfhandlungen in Bergkarabach beteiligt zu sein.

    mka/gs

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    Tags:
    Aserbaidschan, Bergkarabach-Konflikt