12:59 25 Oktober 2020
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    Die EU verurteilt neue israelische Siedlungspläne für das Westjordanland scharf; Transatlantik-Koordinator Beyer (CDU) erwartet auch bei einer Wahlniederlage von US-Präsident Trump viele Differenzen im deutsch-amerikanischen Verhältnis. Studie zeigt: Die Corona-Pandemie trifft auf eine Weltbevölkerung, deren Gesundheit ohnehin gefährdet ist.

    Sputnik präsentiert in Kürze, was in der Nacht zu Freitag geschehen ist.

    Die Europäische Union hat neue israelische Siedlungspläne für das Westjordanland scharf verurteilt. „Diese Pläne, die den Bau von fast 5000 Wohneinheiten vorsehen, gefährden die Lebensfähigkeit eines künftigen palästinensischen Staates als Ergebnis einer verhandelten Zwei-Staaten-Lösung“, teilte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Donnerstagabend mit. Die israelische Regierung sollte diese Beschlüsse rückgängig machen und jede weitere Siedlungsausweitung stoppen. Jegliche Siedlungsaktivitäten seien nach internationalem Recht illegal, betonte Borrell.

    Wegen des Nahost-Konflikts gibt es seit langem Spannungen zwischen Israel und der EU. Israel eroberte während des Sechs-Tage-Krieges 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem. Dort leben mehr als 600.000 israelische Siedler.

    Transatlantik-Koordinator: Differenzen mit USA auch ohne Trump

    Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer, rechnet auch bei einer Wahlniederlage von US-Präsident Donald Trump mit einem weiterhin schwierigen deutsch-amerikanischen Verhältnis. Bei einem Sieg des Demokraten Joe Biden würde sich zwar die Kommunikation verbessern und wieder mehr Respekt und Freundschaft spürbar werden, sagte der CDU-Politiker der „Deutschen Presse-Agentur“ (DPA). Viele politische Differenzen ließen sich aber nicht so einfach beseitigen.

    „Die Diskussion über Nord Stream 2 wird nicht verebben. Auch die Differenzen in Handelsfragen dürften bleiben, ebenso wie die – meines Erachtens gerechtfertigte – US-Forderung nach Erfüllung des Zwei-Prozent-Ziels der Nato.“ Allerdings würde Biden schrittweise zur Achtung internationaler Verträge und Organisationen zurückkehren, zum Beispiel was die Haltung zur Weltgesundheitsorganisation oder das UN-Klimaschutzabkommen angehe.

    Trump habe aber Realitäten geschaffen, die sich nicht so einfach zurückdrehen ließen, sagte Beyer. Man dürfe aber auch die Zeit vor Trump im deutsch-amerikanischen Verhältnis nicht verklären. „Ich warne vor rosaroten Brillen der transatlantischen Nostalgie.“ Auch zur Zeit von US-Präsident Barack Obama sei nicht alles gut gewesen. Beyer erinnerte an die diplomatischen Verwerfungen, für die damals die Abhöraktionen des US-Geheimdienstes NSA gesorgt haben.

    Mexikos Ex-Verteidigungsminister in den USA festgenommen

    Mexikos früherer Verteidigungsminister Salvador Cienfuegos ist in den USA festgenommen worden. Er wurde bei seiner Einreise am Flughafen von Los Angeles gefasst, wie der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard am Donnerstagabend (Ortszeit) auf Twitter mitteilte - über die Festnahme sei er von dem US-Botschafter in Mexiko informiert worden. Zu den Hintergründen äußerte sich Ebrard zunächst nicht.

    Cienfuegos (72) wurde nach Informationen der mexikanischen Zeitung „El Universal“ auf Betreiben der US-Antidrogenbehörde DEA festgesetzt. Dies habe eine DEA-Sprecherin in Los Angeles dem Blatt bestätigt. Ihm werde Rauschgifthandel zur Last gelegt, hieß es in anderen Medienberichten. Der General im Ruhestand sei mit Angehörigen eingereist, diese seien aber auf freiem Fuß. Cienfuegos war unter dem damaligen Präsidenten Enrique Peña Nieto (2012-2018) Verteidigungsminister.

    Vergangenes Jahr war Mexikos früherer Sicherheitsminister Genaro García Luna (2006-2012) in der texanischen Stadt Dallas festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, Schmiergelder in Millionenhöhe von Ex-Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán angenommen zu haben. García Luna wurde in den USA wegen Verschwörung zum Kokainhandel und Falschaussage angeklagt. Der Ex-Minister bestreitet die Vorwürfe.

    Vermeidbare Gesundheitsrisiken erhöhen Corona-Todesrisiko

    Die Corona-Pandemie trifft auf eine Weltbevölkerung, deren Gesundheit ohnehin schon gefährdet ist. Das ist das Fazit einer der weltweit größten Gesundheitsstudien. Besondere Risikofaktoren seien Übergewicht, ein zu hoher Blutzuckerwert, mangelnde Bewegung und Luftverschmutzung durch Feinstaub sowie die damit einhergehenden Krankheiten. Jene Faktoren bedrohten zudem die gesundheitlichen Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte, heißt es in der jüngsten Ausgabe der Studienserie „Global Burden of Disease“, die in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde.

    „Viele dieser Risikofaktoren sind vermeidbar und behandelbar, und ihre Bekämpfung wird enorme soziale und wirtschaftliche Vorteile bringen“, kommentiert Studienleiter Christopher Murray von der University of Washington in Seattle.

    Zusammengefasst zeige die Studie, so die Autoren, dass sich die Welt mit Blick auf die bis dahin stetig steigende Lebenserwartung an einem Wendepunkt befinden könnte. Sie empfehlen daher, dringend Maßnahmen zur Bekämpfung des globalen Zusammenspiels aus chronischen Krankheiten, sozialen Ungleichheiten und Covid-19 zu ergreifen.

    Homosexuelle Paare fordern kirchlichen Segen

    Gläubige Homosexuelle fordern den kirchlichen Segen für ihre Partnerschaften. „Die Menschen, die es sich wünschen und zur katholischen Kirche kommen, brauchen jetzt eine Lösung“, sagte Thomas Pöschl, Vorstandsmitglied der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) in Nürnberg der Deutschen Presse-Agentur. „Die Kirche kann denen nicht sagen: Kommt in 70 Jahren wieder.“

    Während in den meisten evangelischen Landeskirchen in Deutschland der Segen für homosexuelle Paare möglich ist, ist er das bei den Katholiken nicht - zumindest nicht offiziell. Er selbst und sein Partner seien schon vor 17 Jahren in einem katholischen Gottesdienst gesegnet worden, sagte Pöschl. „Aus heutiger Sicht kann man sagen, dass es solche Feiern eigentlich schon lange Zeit und im Grunde überall gibt.“ Alles müsse sich aber im Verborgenen abspielen und das sei weder wünschenswert noch zeitgemäß.

    Die Arbeitsgruppe hofft nun auf den Reformprozess in der katholischen Kirche in Deutschland, den Synodalen Weg. Er sehe in der Reformdebatte eine Mehrheit der eher progressiven Meinungen, sagte Pöschl. Der Segen sei „das, was wir wollen und was jetzt auch dringend ist. Aber ob das gelingt, steht natürlich in den Sternen“.

    Schlagerstar Patrick Lindner (60) hatte in dieser Woche nach der Hochzeit mit seinem langjährigen Lebensgefährten den Unmut konservativer Katholiken auf sich gezogen. Das Paar hatte nach der standesamtlichen Trauung am vergangenen Wochenende seine Eheringe von einem liberalen Priester in einem katholischen Gottesdienst im Münchner Glockenbachviertel segnen lassen. Das Erzbistum München und Freising gab an, zu prüfen, in welcher Form genau die Segnung abgelaufen sei.

    pal/dpa/ae

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    Tags:
    Covid-19, Corona-Impfstoff, Corona-Warn-App, Coronavirus, Joe Biden, Donald Trump, Transatlantik, Transatlantiker, CDU, Peter Beyer