16:07 30 Oktober 2020
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    Nach zehn Tagen finden in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek keine Massenproteste mehr statt. Die Orte, wo fast jeden Tag mehrere tausend Menschen zusammengekommen waren, sind leer. Das berichtete ein Sputnik-Korrespondent am Freitag vor Ort.

    Zuvor wurde mehrmals von Protestaktionen im Stadtzentrum von Bischkek berichtet. Zehn Tage lang versammelten sich jeden Tag Menschen praktisch im Stadtkern und forderten den Rücktritt des Präsidenten Sooronbai Dscheenbekow und des Parlamentschefs Kanat Issajew.

    Jetzt sind alle Proteste und Kundgebungen in Bischkek zu Ende gegangen. Der Platz vor dem Regierungsgebäude, wo sich fast jeden Tag  mehrere tausend Menschen versammelten, ist  leer geworden. Auch vor der Residenz des kirgisischen Staatschefs sind keine Demonstranten zu sehen. Die Lage vor den Gebäuden der Sicherheitsbehörden und des Generalstabs ist ruhig. Auch vor der Stadtverwaltung und anderen Kommunalbehörden gibt es ebenfalls keine Menschenansammlungen.

    Das Ende der Protestaktionen und Kundgebungen fiel zeitlich mit dem Rücktritt des Präsidenten, Sooronbai Dscheenbekow, und des Parlamentschefs, Kanat Issajew, zusammen. Nun hat der neue Premier, Sadyr Schaparow, die Vollmachten des Staatschefs inne. 

    Proteste nach Parlamentswahlen in Kirgisistan

    In Kirgisistan war es am 5. Oktober zu Massenprotesten gegen die Ergebnisse der Parlamentswahlen vom 4. Oktober gekommen. Die Demonstranten – Anhänger der Parteien, die den Einzug ins Parlament nicht geschafft hatten – forderten in der Hauptstadt Bischkek und in anderen Städten, die Wahlergebnisse zu annullieren und Neuwahlen durchzuführen.

    Kirgisischer Präsident Sooronbai Dscheenbekow (Archivbild)
    © Sputnik / Grigory Sysoyev

    Nach Zusammenstößen zwischen Protestierenden und Sicherheitskräften drangen Anhänger von Oppositionsparteien ins Parlamentsgebäude vor, in dem auch die Administration des Präsidenten ihren Sitz hat.

    Bei den Zusammenstößen wurden mehr als 1200 Menschen verletzt, ein Mann kam ums Leben. Der kirgisische Premierminister Kubatbek Boronow trat zurück.

    Am vergangenen Freitag sind die Unruhen in Bischkek wieder entflammt. Auf dem zentralen Platz kam es zu Zusammenstößen zwischen den Anhängern und Gegnern von Sadyr Schaparow. Sieben Menschen wurden dabei verletzt.

    Parlament ernennt Schaparow zum Premierminister

    Am Mittwoch hatten sich rund hundert Menschen vor dem Regierungsgebäude in Bischkek versammelt, um den Rücktritt des Präsidenten zu fordern. Das kirgisische Parlament stimmte am selben Tag der Kandidatur von Schaparow als Premierminister sowie der Zusammensetzung der neuen Regierung zu.

    Am Donnerstag traten der Präsident Sooronbai Dscheenbekow und der Parlamentschef Kanat Issajew zurück.

    ns/sna/ae

     

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    Tags:
    Sadyr Schaparow, Sooronbai Dscheenbekow, Kanat Issajew, Ende, Massenproteste, Kirgistan