06:31 22 Oktober 2020
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    Laut dem russischen Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, versucht Moskau Politiker in den Vereinigten Staaten davon zu überzeugen, dass fehlender Dialog bei der Verhinderung eines Wettrüstens gefährlich ist. Bisher gebe es aber kein Ergebnis.

    Antonow zufolge nähern sich die Vereinigten Staaten und Russland immer mehr einem Wettrüsten.

    „Die Amerikaner sind zuversichtlich, dass sie das Wettrüsten gewinnen werden, sie sind zuversichtlich, dass sie die bisherige Politik, die russische Wirtschaft in Stücke zu reißen, durchsetzen werden. Und ungehindert meiner ständigen Überzeugungen von der Gefahr dieses Weges und der Notwendigkeit eines Dialogs war es bisher nicht möglich, die derzeitigen amerikanischen Politiker – zumindest die Schlüsselpolitiker, die für die Rüstungskontrolle verantwortlich sind – davon zu überzeugen“, erklärte Antonow in der Sendung „Das große Spiel“ auf Kanal Eins.

    Reaktion auf Einsatz von US-Raketen in Asien

    Moskau wird laut Antonow angemessen auf Washingtons Einsatz von Mittel- und Kurzstreckenraketen (INF) im asiatisch-pazifischen Raum reagieren.

    „Tatsache ist, dass, wenn amerikanische Raketen im asiatisch-pazifischen Raum eingesetzt werden – und mir wurde gestern erneut bestätigt, dass solche Raketen eingesetzt werden –, diese Raketen dann die Russische Föderation erreichen und strategische Ziele der taktischen nuklearen Abschreckung beeinflussen“, schilderte der Botschafter.

    Der Diplomat erinnerte daran, dass Russland im Februar 2019 einseitige Verpflichtungen eingegangen sei, keine Mittel- und Kurzstreckenraketen einzusetzen, solange keine amerikanischen Kurz- und Mittelstreckenraketen in einer bestimmten Region auftauchen.

    „Und gestern habe ich erneut die Bestätigung erhalten, dass dies der Fall sein wird. Ich habe sofort gesagt, dass die russische Seite natürlich angemessene Schritte unternehmen wird“, fügte er hinzu.

    Außerkrafttreten des INF-Vertrages

    Die USA waren im vergangenen Jahr aus dem INF-Vertrag zum Verbot bodengestützter Kurz- und Mittelstreckenraketen ausgestiegen, nachdem sie Moskau beschuldigt hatten, gegen diesen Vertrag zu verstoßen. Moskau wies jegliche Anschuldigungen zurück und erklärte sich bereit, die umstrittene Rakete vorzuführen und das Thema im Detail zu erörtern. Die USA lehnten dies ab und kündigten den INF-Vertrag einseitig auf.

    Bilaterale Gespräche

    Am 22. und 23. Juni hatten bilaterale strategische Beratungen in Wien stattgefunden. Die Delegationen unter der Leitung des russischen Vizeaußenministers Sergej Rjabkow und des US-Chefunterhändlers für Rüstungskontrolle, Marshall Billingslea, diskutierten über eine Verlängerung des Vertrages zur Verringerung strategischer Offensivwaffen (New Start) sowie über mehr Stabilität und Voraussagbarkeit nach der Kündigung des INF-Vertrages. Beide Seiten setzten zudem Arbeitsgruppen ein, unter anderem eine für Weltraum.sxklll

    Ende Juli hielten dann Experten aus Russland und den USA in der österreichischen Hauptstadt Beratungen über die strategische Stabilität ab. Zentrale Themen waren die internationale Sicherheit und Rüstungskontrolle sowie Weltraum-Fragen.

    aa/sna/sb

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    Tags:
    INF, Russland, Botschafter, Dialog, Wettrüsten, USA, Anatoli Antonow