15:38 30 Oktober 2020
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    Die radikalislamische Bewegung Taliban hat den USA vorgeworfen, Luftangriffe unter anderem gegen ihre Positionen in der Provinz Helmand im Süden Afghanistans geflogen und damit den in der katarischen Hauptstadt Doha Ende Februar vereinbarten Friedensvertrag verletzt zu haben.   

    Die US-Truppen hätten den Doha-Vertrag in verschiedenen Formen verletzt, indem sie während der jüngsten Entwicklung in der Provinz  Helmand Tag und Nacht wahllos Luftangriffe unter Einsatz von Drohnen und anderen Flugzeugen durchgeführt hätten, teilte der Sprecher der Taliban, Mohammad Naeem, via Twitter am Sonntag mit.

    ​Nach dem Abkommen sei es den US-Truppen untersagt worden, außerhalb des Schlachtfelds oder aktiver Kampfhandlungen Luftangriffe durchzuführen oder Personen anzugreifen, hieß es weiter. Die Vereinigten Staaten hätten wiederholt gegen das Abkommen verstoßen und sollten zur Rechenschaft gezogen werden.

    Zuvor hatte eine Quelle in der Taliban-Bewegung gegenüber der Agentur Associated Press (AP) berichtet, dass die Taliban zugestimmt hätten, die Angriffe im Süden Afghanistans unter der Voraussetzung zu stoppen, dass die US-Truppen die Positionen der Bewegung nicht mehr angreifen würden.

    Die Situation in der Provinz Helmand war jüngst infolge der Kämpfe zwischen den Taliban und den afghanischen Regierungstruppen eskaliert, bei denen nach Angaben der AP auch die US-Seite Luftangriffe geflogen haben soll. In den letzten Tagen seien dort Hunderte von Taliban-Kämpfern eliminiert worden, hieß es. Außerdem seien viele Zivilisten getötet worden. Mehrere tausend Menschen mussten ihre Häuser verlassen und fliehen.

    Lage in Afghanistan

    Im Land stehen die Regierungstruppen im Kampf mit den Taliban, die zuvor ein bedeutendes Gebiet in den ländlichen Regionen des Landes erobert hatten und auf dem Vormarsch in Richtung der Großstädte sind. Zudem ist in Afghanistan der Einfluss der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS, Daesh)* groß. Die nationalen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte führen landesweit gemeinsame Operationen zur Terrorismusbekämpfung durch.

    US-Vereinbarung mit Taliban

    Am 29. Februar unterzeichneten die USA mit der radikalen  Bewegung Taliban in Katar ein Abkommen, das einen schrittweisen Abzug der Nato-Soldaten aus Afghanistan vorsieht. Die Taliban verpflichteten sich im Gegenzug zu innerafghanischen Friedensgesprächen.

    Anfang August informierten die USA ihre Nato-Verbündeten dann über Pläne zum Abzug weiterer Soldaten aus Afghanistan. Damals hieß es, dass die Vereinigten Staaten ihre Truppen bis Ende November auf knapp unter 5000 reduzieren wollen. Davor waren noch etwa 8600 Soldaten in dem von jahrelangen Gefechten und Anschlägen zermürbten Land im Einsatz.

    *Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten

    pd/mt/sna

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    Tags:
    Terrororganisationen, Provinz, Afghanistan, Verstoß, Friedensabkommen, Luftangriffe, USA, Taliban