02:39 27 November 2020
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    Das US-Justizministerium hat sechs Russen beschuldigt, an einer Reihe von Hackerangriffen und der Verbreitung von Malware beteiligt gewesen zu sein, um die Infrastruktur anderer Länder anzugreifen, berichtete ABC News unter Berufung auf den Text der Anklage.

    Der Anklage zufolge wollten die Russen angeblich „die Bemühungen der russischen Behörden zur Untergrabung, zu Gegenaktionen und anderer Art Destabilirung unterstützen“, die gegen die Ukraine, Georgien, die Wahlen in Frankreich, die Olympischen Spielen in Südkorea gerichtet seien, und bei Versuchen der internationalen Gemeinschaft, Russland für den „Einsatz“ des Nervenagents „Nowitschok“ zur Rechenschaft zu ziehen.

    Diese sechs Angeklagten seien „aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der GRU“, die unter anderem angeblich Computer bei den Olympischen Spielen in Südkorea deaktiviert hätten, so ein Sprecher des US-Justizministeriums auf einer Pressekonferenz. Die Russen hätten während der Eröffnungsfeier der Spiele „ein Virenprogramm gestartet“, mit dem Daten von Tausenden von Computern gelöscht und deaktiviert worden seien.

    „Obwohl die Angreifer Schritte unternommen haben, die Verantwortung für den Virenangriff auf die Zerstörung der Olympischen Spiele auf Nordkorea zu schieben, waren sie nicht erfolgreich“, sagte ein Beamter des Justizministeriums.

    Die Beschuldigten waren nach Behauptung des Ressorts auch an Cyberangriffen auf Kraftwerke in der Ukraine im Sommer 2017 und an der Verbreitung des Schadprogramms „NotPetya“ beteiligt.

    „In Bezug auf die böswilligen Aktivitäten in den Vereinigten Staaten haben die Hackerangriffe den Betroffenen in den Vereinigten Staaten eine Milliarde Dollar Schadenersatz gekostet”, hieß es weiter.

    Auch Großbritannien spricht von russischen Cyberangriffen

    Das britische Außenministerium schloss sich den Vorwürfen gegen den russischen Militärgeheimdienst an. Es behauptet, die angeblichen Hacker hätten Attacken nicht nur gegen Organisatoren und Sponsoren der Olympischen Spiele 2018 durchgeführt, sondern auch gegen Olympia-2020, die in Tokio stattfinden sollten, aber wegen der Corona-Pandemie verschoben wurden.

    „Die Aktionen der GRU gegen die Olympischen und Paralympischen Spiele sind zynisch und rücksichtslos. Wir verurteilen sie auf das Schärfste”, sagte der britische Außenminister Dominic Raab in einer Erklärung am Montag.

    Die russischen Behörden hatten westliche Vorwürfe in Bezug auf Cyberangriffen mehrfach zurückgewiesen. Unter anderem verweisen die Diplomaten auf fehlende Beweise gegen Moskau. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte erläutert, dass die russische Regierung selbst oft im Cyberraum angegriffen werde.

    aa/msch/sna/mt

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    Tags:
    Virus, Hackerangriff, Olympische Spiele, Russland, Südkorea, USA, Anklage