20:20 23 November 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    3239
    Abonnieren

    Russland hat keine offizielle Antwort der Vereinigten Staaten auf den Vorschlag erhalten, den Vertrag über die Reduzierung strategischer Waffen (New-Start-Vertrag) um ein Jahr zu verlängern, teilte das russische Außenministerium mit.

    Dem Ministerium zufolge haben Vertreter des russischen Außenamtes nur einzelne Kommentare amerikanischer Beamter in sozialen Netzwerken gesehen. Moskau rechne allerdings mit einer offiziellen Antwort.

    „Die russische Seite hat keine offizielle Antwort der USA auf die Note vom 16. Oktober dieses Jahres erhalten, in der der Vorschlag von Präsident Wladimir Putin formuliert wurde, den derzeitigen New-Start-Vertrag um ein Jahr zu verlängern. Wir haben nur einzelne Kommentare von amerikanischen Beamten in den sozialen Netzwerken gesehen“, stand in der Mitteilung.

    Zum Einfrieren der Sprengköpfe bereit

    Mit der Vertragsverlängerung sei Russland auch bereit, sich zusammen mit den Vereinigten Staaten zum Einfrieren von Atomsprengköpfen zu verpflichten.

    „Russland schlägt vor, den New-Start-Vertrag um ein Jahr zu verlängern, und ist gleichzeitig bereit, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten eine politische Verpflichtung einzugehen, um die Anzahl der von den Parteien für diesen Zeitraum vorhandenen Atomsprengköpfe 'einzufrieren'", hieß es weiter in der Mitteilung.

    Es wird dabei betont, dass diese Position „streng und ausschließlich unter der Voraussetzung umgesetzt werden könne, dass das 'Einfrieren' von Sprengköpfen nicht mit zusätzlichen Forderungen der Vereinigten Staaten einhergehe“.

    „Wenn dieser Ansatz für Washington geeignet ist, kann die durch die New-Start-Verlängerung gewonnene Zeit genutzt werden, um umfassende bilaterale Verhandlungen über die künftige Kontrolle von Atomraketenwaffen unter obligatorischer Berücksichtigung aller Faktoren zu führen, die die strategische Stabilität beeinflussen“, fügte das Ministerium abschließend hinzu.

    Putins Vorschlag auf Verlängerung

    Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am 16. Oktober eine bedingungslose Verlängerung des New-START-Vertrags mit den USA um ein Jahr vorgeschlagen. Er begründete seinen Vorschlag mit der Wichtigkeit des Abrüstungsabkommens für die globale Sicherheit. Das Abkommen habe in der Vergangenheit gut funktioniert und seine fundamentale Rolle zur Beschränkung und Verhinderung des Wettrüstens sowie in der Rüstungskontrolle erfüllt, fügte der Präsident hinzu. Ein entsprechendes Angebot soll Außenminister Lawrow an Washington vorbereitet haben.

    New-Start-Vertrag

    Der New-START-Vertrag (Vertrag zur Verringerung strategischer Atomwaffen) zwischen Russland und den Vereinigten Staaten war am 5. Februar 2011 in Kraft getreten und läuft am 5. Februar 2021 aus. Demzufolge soll jede Vertragspartei ihr Nukleararsenal so reduzieren, dass sie sieben Jahre später sowie auch zukünftig über nicht mehr als 700 ballistische Interkontinentalraketen, luft- und U-Boot-gestützte ballistische Raketen sowie 1550 Sprengköpfe und 800 Trägersysteme verfügt. In diesem Jahr gab es bereits einige Verhandlungsrunden über die Verlängerung des Vertrages.

    aa/sna/sb

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Russland droht bei Weitergabe von Kontrollflug-Informationen an USA mit „harter Antwort“
    Nasa unterbricht Live-Stream: Was taucht hier vor ISS auf? – Video
    Waffenschmuggel vermutet: Ankara stoppt Bundeswehreinsatz auf türkischem Frachter
    Tags:
    Außenministerium, Antwort, Vorschlag, Verlängerung, New-START-Vertrag, Russland, USA