17:32 27 November 2020
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    Seit Jahrzehnten werden im südostasiatischen Myanmar die Rohingya diskriminiert. Deutschland stellt mindestens 30 Millionen Euro zusätzlich für die Hunderttausenden Vertreter der muslimischen Minderheit zur Verfügung, die vor Verfolgung ins benachbarte Bangladesch geflüchtet sind. Hinzu kommen könnten noch weitere Hilfsmittel.

    Mit dem Geld wolle man gezielt einer weiteren Vergrößerung der Not durch die Corona-Pandemie vorbeugen, sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) der dpa vor einer für Donnerstag geplanten internationalen Geberkonferenz.

    „Die internationale Gemeinschaft muss jetzt die Mittel aufbringen, um das Überleben der Rohingya zu sichern. Deutschland geht voran.“

    Hunderttausende Flüchtlinge leben in dicht besiedelten Lagern im Nachbarland Bangladesch. Die UN bezeichnen die Verfolgung der Minderheit als Völkermord. Das Militär von Myanmar, dem früheren Birma, und die Regierung unter der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi stehen wegen der Verfolgung international in der Kritik.

    „Schwerste Verbrechen"

    „Myanmar hat schwerste Verbrechen an der muslimischen Minderheit der Rohingya verübt, es gab Mord und Vertreibung“, sagte Müller. „Der Konflikt muss endlich beendet und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.“

    Wegen der Verfolgung der Rohingya hat Deutschland die direkte Zusammenarbeit mit der Regierung Myanmars bei der Entwicklungshilfe eingestellt und konzentriert die Unterstützung nun auf die Flüchtlingslager in Bangladesch.

    Am Donnerstag richten die EU, die USA, Großbritannien und das Flüchtlingshilfswerk UNHCR eine virtuelle Geberkonferenz aus. Zu den 30 Millionen Euro, die vom Entwicklungsministerium zur Verfügung gestellt werden, könnten noch weitere Hilfsmittel des Auswärtigen Amts kommen.

    Insgesamt hat die Bundesregierung seit 2017 rund 160 Millionen Euro zur Unterstützung der Rohingya bereitgestellt. Schwerpunkte sind Bildung, Gesundheits- und Wasserversorgung sowie Notunterkünfte, damit die Menschen bei Taifunen geschützt und mit Strom versorgt sind.

    leo/dpa/ae

     

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    Uno, UN, Auswärtiges Amt, CSU, Gerd Müller, Verfolgung, Hilfe, Flüchtlinge, Rohingya, Myanmar, Deutschland