01:10 27 November 2020
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    Der türkische Verteidigungsminister, Hulusi Akar, hat am Donnerstag gegenüber türkischen Medien bestätigt, dass Ankara die bei Russland gekauften Flugabwehrraketensysteme S-400 in der Nähe der Schwarzmeerstadt Sinop getestet hatte. Er bezeichnete dies als planmäßige Arbeit im Rahmen des entsprechenden Vertrages.

    „In jedem Vertrag über den Kauf von Erzeugnissen der Rüstungsindustrie sind Tests enthalten. Sie sind Bestandteil des Einkaufsprogramms. Das sind rein technische Tätigkeiten“, zitiert die Agentur Bloomberg den Minister.    

    Der Erwerb von russischen Flugabwehrsystemen S-400 bedeutet laut Akar nicht, dass sich die Türkei von der Nato abgewandt habe. Ankara zeige sich immer noch bereit, US-amerikanische Raketenabwehr-Systeme Patriot zu kaufen.

    „Die Anschaffung der S-400 war keine Bevorzugung, sondern eine Notwendigkeit und bedeutet nicht, dass wir uns von der Nato abwenden“, so der Minister. 

    Aber wenn es nötig sein werde, und wenn die Türkei Garantien für den Technologietransfer, die gemeinsame Produktion und den Lieferplan zur Verfügung haben werde, so könne sie auch Patriot und SAMP-T kaufen.

    „Die Türkei hat auch früher mit allen ihren Verbündeten an den Alternativvarianten gearbeitet und ist bereit, auch weiter zu arbeiten (….)“, sagte Akar.

    S-400 werden nicht ins Nato-Luftabwehrsystem integriert

    Wie er weiter betonte, würden die S-400 nicht in das Luftabwehrsystem der Nato integriert. Die Türkei komme alle ihren Verpflichtungen gegenüber der Allianz nach. 

    Türkische Medien haben ein Video von einem Raketenstart in der Nähe der Schwarzmeerstadt Sinop verbreitet, wo vermutlich ein Flugabwehrraketensystem S-400 getestet werden soll.

    Zuvor hatte die Türkei eine Nachricht über das internationale System NAVTEX veröffentlicht, das in der Seefahrt weltweit zur Verbreitung von Sicherheits- und Wetterinformationen genutzt wird. In der Mitteilung warnte sie vor Artillerieübungen, die in der Nähe der Schwarzmeerstadt Sinop vom 13. bis 17. Oktober stattfinden sollten.

    S-400-Lieferungen an Türkei

    Die Lieferungen von Flugabwehrsystemen S-400 aus russischer Produktion hatten Mitte Juli vergangenen Jahres begonnen und eine Krise in den Beziehungen zwischen der Türkei und den USA ausgelöst. Washington forderte, den Waffendeal mit Russland aufzugeben und stattdessen US-amerikanische Patriot-Systeme zu übernehmen.

    Ein Fahrzeug mit Bestandteilen eines Flugabwehrraketensystems  S-400 im türkischen Militärflughafen Mürted
    © AP Photo / Verteidigungsministerium der Türkei

    Die USA drohten unter anderem, den Verkauf von modernen Jagdflugzeugen F-35 an die Türkei auszusetzen und gegen Ankara die gleichen Strafmaßnahmen zu verhängen, wie sie im Gesetz zur Verschärfung der bestehenden Sanktionen gegen den Iran, Nordkorea und Russland (CAATSA) vorgesehen sind.

    Ankara zeigte sich davon unbeeindruckt und setzte seine Verhandlungen über eine zusätzliche Lieferung von S-400-Systemen fort. Die Trump-Administration hat ihre Drohungen gegenüber der Türkei bisher nicht wahr gemacht.

    ns/ae

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    Tags:
    Zusammenarbeit, Vertrag, US-Flugabwehrraketen Patriot, S-400, USA, Russland, Türkei