12:34 03 Dezember 2020
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    Die Türkei hat die Einigung von Griechenland, Zypern und Ägypten auf eine verstärkte Kooperation im östlichen Mittelmeer als feindselig bezeichnet. Die Zusammenarbeit beruht demnach auf gegenstandslosen Beschuldigungen gegen Ankara und trägt nicht zur Problemlösung in der Region bei.

    Die angebliche Absicht, sich gemeinsam für mehr Stabilität in der Region einzusetzen, ziele in Wahrheit gegen die Türkei, hieß es in einer Mitteilung des türkischen Außenministeriums vom Donnerstag. Die Erklärung enthalte „gegenstandslose Beschuldigungen und Behauptungen gegen unser Land“. Solange die Länder, die die Probleme verursachten, ihre „maximalistische und feindselige Politik nicht ändern“, könnten sie die Probleme nicht lösen.

    Das türkische Außenministerium erklärte, man werde weiterhin entschlossen die eigenen Rechte und die der türkischen Zyprer im östlichen Mittelmeer schützen.

    Am Mittwochabend verlängerte die Türkei den Einsatz der „Oruc Reis“ bis zum 27. Oktober. Das Forschungsschiff unternimmt seismische Bodenuntersuchungen in dem umstrittenen Seegebiet südlich der griechischen Insel Kastelorizo, wenige Kilometer von der türkischen Küste entfernt. Griechenland reagierte mit Kritik.

    Nicht gegen die Türkei gerichtet

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan
    © REUTERS / PRESIDENTIAL PRESS OFFICE
    Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis sagte: „Die Führung der Türkei praktiziert eine imperiale Politik.“ Er rief die Türkei zugleich auf, an dieser Kooperation teilzunehmen. „Niemand schließt die Türkei aus“, sagte er weiter.

    Die drei Mittelmeerländer Ägypten, Griechenland und Zypern hatten sich am Mittwoch bei einem Treffen in Zyperns Hauptstadt Nikosia auf eine verstärkte Kooperation geeinigt. „Diese Kooperation wendet sich gegen keinen anderen Staat der Region“, erklärte der Präsident von Zypern, Nikos Anastasiades, mit Blick auf die Türkei.

    Es war das achte Gipfeltreffen dieser Mittelmeerstaaten seit 2014. Sowohl Zypern als auch Griechenland haben in Verträgen mit Ägypten bereits größtenteils den Umfang ihrer Ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ) im östlichen Mittelmeer festgelegt. Die Türkei hat ihrerseits ein Abkommen mit Libyen über teilweise identische Gebiete geschlossen.

    Im östlichen Mittelmeer eskaliert seit Wochen der Streit um dort vermutete Erdgasvorkommen. Griechenland und Zypern werfen der Türkei vor, in der Region illegal Vorkommen zu erkunden. Die Türkei weist die Vorwürfe zurück. Sie vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer zu ihrem Festlandsockel gehören.   

    mka/dpa/gs

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    Tags:
    Zypern, Griechenland, Türkei, Erdgas, Mittelmeer