11:47 04 Dezember 2020
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    Moskau hat laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sein Bedauern darüber zum Ausdruck gebracht, dass Armenien und Aserbaidschan bislang nicht die in der russischen Hauptstadt getroffenen Vereinbarungen einhalten.

    Zuvor hatte der türkische Vize-Präsident, Fuat Oktay, gemeldet, dass es Russland nicht gelungen sei, die Krise in Bergkarabach beizulegen und dass die Problemlösung ohne die Türkei unmöglich sei.     

    „Bislang kann man tatsächlich nicht behaupten, dass die zuvor erzielten Vereinbarungen in Bezug auf die Feuerpause, die humanitäre Waffenruhe eingehalten werden. Bedauerlicherweise werden sie von beiden Seiten nicht befolgt“, kommentierte Peskow am Donnerstag die jüngste Erklärung des türkischen Vize-Präsidenten.

    „Was die Teilnahme von Drittländern an den geltenden Regelungsformaten anbelangt, hängt dies voll und ganz von dem politischen Willen der Konfliktparteien ab. Es gibt zwei Teilnehmer des Konfliktes – das sind Aserbaidschan und Armenien. An der Konfliktregelung teilzunehmen, als Vermittler aufzutreten oder an Formaten teilzunehmen kann man nur mit Zustimmung dieser zwei Seiten“, unterstrich Peskow.     

    Gespräche in Moskau

    Am 9. Oktober waren die Außenminister von Armenien und Aserbaidschan auf Einladung von Präsident Wladimir Putin zu Vermittlungsgesprächen nach Moskau gekommen. Die Gespräche dauerten mehr als zehn Stunden.

    Im Ergebnis dieser Gespräche wurde ein Waffenstillstand in der Konfliktregion um Bergkarabach vereinbart, der am 10. Oktober in Kraft trat und den beiden Konfliktparteien ermöglichen soll, Kriegsgefangene und Gefallene unter Vermittlung des Roten Kreuzes auszutauschen. Doch schon am selben Tag warfen die Seiten einander vor, gegen die Waffenruhe verstoßen zu haben. Ein zweiter Versuch, einen humanitären Waffenstillstand zu organisieren, wurde in der Nacht zum 18. Oktober unternommen.

    Eskalation im Südkaukasus

    Am 27. September hatte sich die Situation in der selbsterklärten Republik Bergkarabach zugespitzt. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, die seitdem andauern. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien verkündete wegen der Zuspitzung den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, in einigen Städten und Regionen das Kriegsrecht auszurufen.

    ns/sna/ae

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    Tags:
    Wladimir Putin, Dmitri Peskow, Vereinbarungen, Armenien, Aserbaidschan, Bergkarabach-Konflikt, Türkei, Russland, Fuat Oktay