18:31 27 November 2020
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    Im blutigen Konflikt in Bergkarabach im Südkaukasus geht Russlands Präsident Wladimir Putin von mittlerweile Tausenden Toten aus.  

    Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der neuen Eskalation in Bergkarabach nähere sich bereits der 5000, sagte er am Donnerstag in Moskau. Seit Ende September gibt es in dem Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan die heftigsten Gefechte seit Jahren.

    Russland habe jahrelang Optionen zur Lösung dieser Krise vorgeschlagen, so Russlands Staatschef. Ihm zufolge war es eine  „harte Arbeit“, die Seiten näher zusammenzubringen. Leider seien die Annäherungsversuche gescheitert. „Heute erleben wir diesen Konflikt in seiner schlimmsten Form“, so Putin. „Es gibt viele Verluste auf beiden Seiten.“

    Die Behörden in Bergkarabach teilten mit, dass bislang 874 Soldaten getötet worden seien. Zudem seien bereits mehr als 30 Zivilisten gestorben. Die aserbaidschanische Seite spricht von 63 getöteten Zivilisten, nennt aber weiter keine Todeszahlen für das Militär.

    Putin setzt nun auch auf den Einfluss der USA zur friedlichen Lösung des Konflikts. „Ich hoffe sehr, dass unsere amerikanischen Partner gemeinsam mit uns handeln und bei der Beilegung helfen werden“, sagte er in einer Plenarsitzung des Diskussionklubs Waldai. Es seien Gespräche der Außenminister von Armenien und Aserbaidschan in Washington geplant.

    Es gab bereits zwei Waffenruhen, die jeweils kurz nach Inkrafttreten gebrochen wurden. Dafür schoben sich beide Seiten gegenseitig die Verantwortung zu - ebenso wie für den Ausbruch der Kämpfe. Die erste Feuerpause wurde unter Vermittlung Russlands beschlossen. Armenien sieht Russland als seine Schutzmacht an. Aserbaidschan sieht die Türkei als seinen wichtigsten Verbündeten.

    Der Konflikt dauert bereits seit drei Jahrzehnten an. Putin sagte: „Selbst wenn 30 Jahre Verhandlungen kein Ergebnis bringen, heißt das nicht, dass man anfangen soll, zu schießen.“ Der Kremlchef drängte einmal mehr darauf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

    ekn/gs/dpa

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    Tags:
    Südkaukasus, Russland, Wladimir Putin, Bergkarabach-Konflikt