13:24 04 Dezember 2020
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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in Bezug auf eine Konfliktlösung in Bergkarabach auf Ankaras Vermittlerstatus verwiesen. Demnach ist die Türkei ebenso dazu berechtigt wie Russland.

    „Wenn sich Russland an der Lösung des Bergkarabach-Problems beteiligen will, dann ist auch die Türkei der Ansicht, dass sie ein Recht auf so eine Beteiligung hat. Mir sind keine Informationen zu Ohren gekommen, die eine negative Haltung Russlands diesbezüglich anzeigen würden“, sagte Erdogan.

    Der Staatschef übte erneut Kritik an der Minsker OSZE-Gruppe, die nach seiner Auffassung keine Ergebnisse bei der Beilegung des Konflikts in Bergkarabach erzielt hat.

    „Wir arbeiten mit Russland hinsichtlich Syriens und Libyens weiter zusammen. Ich hoffe, wir unternehmen die richtigen Schritte zu Bergkarabach und lösen endlich dieses Problem“, betonte der türkische Staatschef.

    Die Türkei hatte sich Ende September, nach dem Ausbrechen des Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan in Bergkarabach, auf die Seite von Aserbaidschan gestellt und dem Land eine umfangreiche Unterstützung signalisiert. Es wurden bereits zwei Waffenruhen vereinbart, die jedoch kurz nach Inkrafttreten gebrochen wurden. Beide Seiten schieben sich dafür die Verantwortung zu – wie auch für den Ausbruch der Kämpfe am 27. September. Die erste Feuerpause wurde unter Vermittlung Russlands beschlossen. Armenien betrachtet das Land als seine Schutzmacht.

    Die Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Bergkarabachkonlikts werden seit 1992 im Rahmen der Minsker OSZE-Gruppe geführt. Ihre Co-Vorsitzenden sind die USA, Russland und Frankreich. Bei dem Konflikt kamen geschätzt insgesamt rund 30.000 Menschen ums Leben.

    Bereits wieder zahlreiche Opfer

    Laut den Behörden in Bergkarabach sind bislang 874 Soldaten getötet worden. Mehr als 30 Zivilisten sollen inzwischen ums Leben gekommen sein. Aserbaidschan gab 63 zivile Menschenopfer an, machte jedoch keine Angaben zu den Todeszahlen beim Militär.

    Nach Angaben des russischen Präsidenten Wladimir Putin liegen die Todeszahlen weitaus höher. Die Zahl nähere sich bereits der 5000, sagte Putin am Donnerstag. Russland habe jahrelang Optionen zur Lösung dieser Krise vorgeschlagen, sagte der Präsident. Er bezeichnete Russlands Vermittlungsversuche als harte Arbeit und äußerte Bedauern über die gescheiterte Annäherung zwischen den beiden Konfliktparteien. „Heute erleben wir diesen Konflikt in seiner schlimmsten Form“, erklärte Putin. 

    mka/gs

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    Tags:
    Vermittlung, Russland, Türkei, Bergkarabach-Konflikt