19:52 24 November 2020
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    Das Verteidigungsministerium Russlands hat sich beim deutschen Militärattaché in Moskau wegen der jüngsten Nato-Übung beklagt, meldet die Deutsche Presse-Agentur.

    Solche Handlungen führten dazu, dass die Hemmschwelle für den Einsatz von Atomwaffen sinke. Und damit werde ein weiterer Anstieg der Spannungen zwischen der Nato und Russland provoziert, teilte das Ministerium am Freitag in Moskau mit.

    „Das wirkt sich negativ auf das Vertrauen in Europa aus“, hieß es.

    Der Protest sei dem deutschen Diplomaten bei einem Gespräch im Ministerium überbracht worden.

    "Nukleare Teilhabe" Deutschlands

    Die deutsche Luftwaffe trainiert mit Nato-Partnern die Verteidigung des Bündnisgebiets mit Atomwaffen. In der vergangenen Woche hatte die geheime Bündnisübung mit den Namen „Steadfast Noon“ begonnen. Ein Schauplatz der Manöver war der Fliegerhorst Nörvenich in Nordrhein-Westfalen. Dabei wird unter anderem der Einsatz von Jagdbombern trainiert, die im Kriegsfall mit Nuklearwaffen bestückt werden könnten.

    Nörvenich gilt als möglicher Ausweichstandort für die taktischen US-Atomwaffen vom Typ B61, die nach offiziell unbestätigten Angaben im rheinland-pfälzischen Büchel lagern.

    Russland beklagte der Mitteilung zufolge, dass Deutschland als Land ohne eigene Atomwaffen Personal und die Luftwaffe für ein Szenario zur Verfügung stelle, bei dem es um die Anwendung nuklearer Massenvernichtungsmittel gehe.

    Verstoß gegen Atomwaffensperrvertrag

    „Das gilt als gröbste Verletzung des Vertrags über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen“, hieß es in der Mitteilung.

    Zuvor hatte auch das russische Außenministerium die Manöver kritisiert.

    Die in Büchel stationierten B61 könnten im Rahmen der „nuklearen Teilhabe“ in der Nato im Ernstfall auch von deutschen Tornados abgeworfen werden und dann zum Beispiel gegnerische Streitkräfte ausschalten. Weitere US-Atomwaffen sollen in Italien, Belgien, der Türkei und den Niederlanden lagern. An der aktuellen Übung sind zum Beispiel auch niederländische, belgische und italienische Kampflugzeuge beteiligt.

    Zeitgleich Manöver in Büchel

    In Büchel läuft derzeit gleichzeitig die Übung „Resilient Guard“, bei der die Luftwaffe trainiert, den dortigen Fliegerhorst gegen einen möglichen Angriff zu verteidigen. Nach Angaben der Bundeswehr wird dazu unter anderem der Einsatz des Flugabwehrraketensystems Patriot in schwierigem Gelände geübt.

    am/

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    Tags:
    Kritik, Verteidigungsministerium, Militärattache, Militärmanöver, Russland, Deutschland