15:57 25 November 2020
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    Die russische Fischereibehörde Rosrybolowstwo lehnt die Schaffung von Meeresschutzgebieten in der Antarktis ab. Hinter dem Vorhaben, das gerade die internationale Kommission CCAMLR beschäftigt, sieht der stellvertretende Rosrybolowstwo-Chef Wassili Sokolow einen Plan westlicher Staaten, Russland zum „Paria“ in der Region zu machen.

    Eine Reihe von Staaten werbe unter dem Vorwand des Umweltschutzes für die Schaffung von Meeresschutzgebieten in der Antarktis, sagte Sokolow in einem Interview mit Sputnik. Er halte es für „merkwürdig“ und „besorgniserregend“, dass die vorgeschlagenen Meeresschutzgebiete „an die Einflussgebiete dieser Staaten angrenzen“.

    Russland setze sich dafür ein, die Meeresschutzgebiete und die Kriterien für die Ziehung ihrer Grenzen klar rechtlich zu definieren und Überwachungsmechanismen zu schaffen, sagte Sokolow.

    „Denn es handelt sich ja um das Verbot der traditionellen wirtschaftlichen Aktivitäten und des Fischfanges, wie es sie dort seit Jahrzehnten gibt.“

    Sokolow sieht keinen rationalen Grund für die Schaffung von Meeresschutzgebieten, da das Gros der Gewässer um die Antarktis bereits durch das Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) gesperrt sei.

    „Hotspots für Wilderer“

    Außerdem drohten die Meeresschutzgebiete zu Hotspots für Wilderer zu werden, wenn die legalen Fischer diese Regionen verlassen müssten, so Sokolow weiter.

    Nach seiner Einschätzung steckt hinter der Idee der Meeresschutzgebiete mehr Politik als Forschung. Um russische Bedenken zu entkräften, werde Russland von seinen westlichen Opponenten als ein Land dargestellt, das die Fischfang-Regeln in der Antarktis systematisch verletze.

    „Die Idee ist einfach: Weil wir gegen die Meeresschutzgebiete sind, beschuldigt man russische Schiffe illegaler Fischerei und präsentiert Russland als ein Land, das Wilderer beschützt“, erklärte Sokolow.

    Das Ziel sei es, Russland international „zum Paria zu machen“, um all seine Anregungen vorweg zu entkräften.

    „Der angelsächsische Block ist diesbezüglich sehr gut organisiert und sehr stark. Selbst Promis werden hierfür eingespannt, die möglicherweise ahnungslos sind.“

    Um dagegen anzukämpfen, müsste Russland seine Forschungspräsenz in der Antarktis verstärken, so der Vizechef der russischen Fischereibehörde. „Denn objektive Forschungsergebnisse rütteln stark an der Position westlicher Staaten.“

    Die Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis CCAMLR ging aus dem gleichnamigen Übereinkommen hervor, welches 1980 verabschiedet und unter anderem von Russland, EU-Staaten, den USA, Neuseeland, Großbritannien, Australien und China ratifiziert wurde.

    leo/ae

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    Tags:
    Westen, Verbot, Fischerei, Fischfang, Umweltschutz, Umwelt, Antarktis, Russland