05:58 03 Dezember 2020
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    Britische Behörden haben als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftanschlag auf den russisch-britischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der Stadt Salisbury eine Reihe von „verdeckten Maßnahmen“ ergriffen. Dies gab der ehemalige nationale Sicherheitsberater des britischen Premierministers, Mark Sedwill, bekannt.

    Nach dem Angriff von Salisbury habe Großbritannien „auf sichtbare Weise zurückgeschlagen“, sagte Sedwill gegenüber dem Sender „Times Radio“: „Wir haben das gesamte russische Nachrichtendienstnetz im Vereinigten Königreich ausgewiesen“.

    Auch „verdeckte“ Maßnahmen seien ergriffen worden, sagte Sedwill, der das Amt des Nationalen Sicherheitsberaters des britischen Regierungschefs auch 2018, während des Vorfalls in Salisbury, innegehabt hatte und den Posten erst im vergangenen Monat verließ:

    „Aber wir ergriffen auch eine Reihe anderer unauffälliger Maßnahmen, darunter Maßnahmen gegen einen Teil des illegalen Geldes, das aus Russland fließt, und verdeckte Maßnahmen, über die ich natürlich nicht sprechen kann“, äußerte er.

    „Wir versuchen, einen höheren Preis durchzusetzen, als sie (die Russen – Anm. d. Red.) vielleicht erwartet hatten, wenn wir glauben, dass es richtig und notwendig ist“, sagte er.

    Vorfall von Salisbury

    Sergej und Julia Skripal waren am 4. März 2018 bewusstlos im britischen Salisbury aufgefunden und mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus gebracht worden. Von wem und unter welchen Umständen der ehemalige russisch-britische Doppelagent und seine Tochter wirklich vergiftet wurden, ist noch immer unklar. Die britische Regierung behauptete umgehend, dass in den Giftanschlag auf die Skripals mit dem Stoff A-234 der russische Staat verwickelt sei. Russland wies diesen Vorwurf von sich und forderte eine unabhängige Aufklärung.

    Die Affäre löste einen diplomatischen Skandal aus: Die damalige britische Premierministerin, Theresa May, ordnete die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten an. Aus „Solidarität“ mit London wiesen auch die USA, Deutschland und viele weitere EU-Staaten Dutzenden russischen Diplomaten die Tür. Moskau traf Gegenmaßnahmen. Der damalige Außenminister, Boris Johnson, versprach noch im März, „verblüffende Beweise“ gegen Russland präsentieren zu wollen, tat dies bis zu seinem Rücktritt im Juli aber nicht.

    Die Skripals haben nach britischen Angaben überleben und sogar schnell genesen können, was einige Experten als merkwürdig bezeichneten. Seitdem ist der Verbleib der beiden nicht öffentlich bekannt.

    asch/sna/ae

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