12:10 02 Dezember 2020
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    Der Oppositionsführer Leopoldo López ist aus Venezuela geflüchtet, nachdem er fast eineinhalb Jahre in der spanischen Botschaft in Caracas gelebt hatte.

    Spaniens Außenministerium teilte am Samstag mit, dass López die Botschaftsresidenz freiwillig und nach persönlicher Entscheidung verlassen habe. Es sei gelungen, den Staatsapparat der Regierung von Nicolás Maduro zu überlisten und López ins Ausland zu bringen, schrieb der selbst ernannte Interimspräsident Venezuelas, Juan Guaidó, bei Twitter.

    Einige Medien berichteten unter Berufung auf López' Vater, dessen Sohn habe bereits am Freitag heimlich die Grenze nach Kolumbien überquert und sei auf dem Weg nach Spanien. López' Vater Leopoldo López Gil vertritt die konservative spanische Volkspartei (PP) im Europaparlament.

    Der 49-Jährige Oppositionsführer war 2014 festgenommen worden, nachdem bei Protesten gegen die venezolanische Regierung mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen waren. Ein Gericht verurteilte López wegen Anstiftung zu Gewalt zu knapp 14 Jahren Haft. Er stand unter Hausarrest, bis ihn am 30. April 2019 aufständische Soldaten auf Anweisung von Guaidó befreiten. Ein geplanter Umsturzversuch gegen die Regierung scheiterte allerdings. López fand daraufhin Zuflucht in der spanischen Vertretung in Caracas.

    Zahlreiche Regierungen und Menschenrechtsorganisationen sahen in ihm einen politischen Gefangenen. Präsident Maduro hingegen bezeichnete ihn mehrfach als „Monster“ und „Mörder“. Die von López gegründete Partei Voluntad Popular (Volkswille) kritisierte am Samstag das geltende Machtsystem in Venezuela als eine „menschenrechtsverletzende Diktatur“.

    In seiner Twitter-Mitteilung nannte López seinen jetzigen Aufenthaltsort nicht, versicherte jedoch, dass er der Funktion des Kommissars des Zentrums der provisorischen Regierung unter Juan Guaido weiter nachkomme. Er werde in Koordination mit dem Parlament, den Oppositionsparteien und ihren internationalen Verbündeten weiterarbeiten, so Lopez.

    ls/sb/dpa

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    Tags:
    Twitter, Nicolas Maduro, Juan Guaido, US-Botschafter, Botschaft, Venezuela