19:07 27 November 2020
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    Die weißrussischen Strafverfolgungsbehörden haben laut der Hauptverwaltung für innere Angelegenheiten des Minsker Stadtexekutivkomitees spezielle Ausrüstung in der Orlowskaja-Straße in Minsk verwendet, um „illegale Aktionen von Demonstranten zu unterdrücken“.

    „Die Strafverfolgungsbehörden setzten spezielle Mittel ein, um illegale Handlungen von Demonstranten vor dem Gebäude der zentralen Bezirksverwaltung für innere Angelegenheiten von Minsk, das sich in der Orlowskaja-Straße befindet, zu unterdrücken“, sagte der Gesprächspartner.

    Die Demonstranten sollen dann die Straße zurückgegangen seien und sich nun nahe der Bezirksverwaltung für innere Angelegenheiten befinden. Zuvor hätten sich die Demonstranten nahe dem Unabhängigkeitspalast – der Residenz des weißrussischen Präsidenten befunden, so die Quelle.

    Explosionen von Blendgranaten zu hören

    In der Orlowskaja-Straße in Minsk sind nach Angaben von Augenzeugen auch Explosionen von Betäubungsgranaten zu hören gewesen.

    „Es gab eine Reihe von lauten Explosionen, es gab helle Blitze. (...) Insgesamt etwa zehn Explosionen. Die Leute haben sich aufgeteilt“, schilderte der Gesprächspartner.

    Danach sollen Verhaftungen bei der nicht genehmigten Kundgebung begonnen haben. Augenzeugen zufolge nahmen die Sicherheitskräfte „mindestens zehn Personen“ fest, aber es sei schwierig, die genaue Anzahl zu nennen.

    Lage in Weißrussland

    Bei den Präsidentenwahlen in Weißrussland am 9. August hatte Alexander Lukaschenko mit mehr als 80 Prozent der Wählerstimmen nach offiziellen Angaben zum sechsten Mal in Folge gesiegt. Die Opposition erkannte das Ergebnis nicht an und erklärte seine Herausforderin Tichanowskaja zur wahren Siegerin. Daraufhin kam es landesweit zu Protesten, die von den Ordnungskräften zunächst gewaltsam niedergeschlagen wurden.

    Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt. Nach offiziellen Angaben wurden in den ersten Tagen nach den Wahlen mehr als 6700 Menschen festgenommen. Wie das Innenministerium des Landes berichtete, wurden bei den Unruhen Hunderte von Menschen, darunter mehr als 130 Strafverfolgungsbeamte, verletzt. Die Behörden haben den Tod von drei Demonstranten offiziell bestätigt.

    An diesem Sonntag läuft auch die Frist des „Volks-Ultimatums“ ab, das Tichanowskaja zuvor der weißrussischen Regierung gestellt hatte. Sollten die Forderungen der Opposition bis zum 26. Oktober nicht erfüllt werden, drohen der Republik laut Tichanowskaja Streiks und Massenproteste. Zu den Forderungen gehören der Rücktritt von Präsident Lukaschenko und die Freilassung aller politischen Gefangenen. Außerdem soll die „Gewalt auf den Straßen“ vollständig aufhören.

    aa/sna/mt

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    Tags:
    Ausrüstung, Granaten, Festnahmen, Polizei, Demonstranten, Minsk