04:24 25 November 2020
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    Anfang nächster Woche werden US-Außenminister Mike Pompeo und Verteidigungsminister Mark Esper nach Angaben der Agentur AP ihre indischen Amtskollegen in Neu-Delhi zu strategischen Gesprächen treffen, die „darauf abzielen, die Anti-China-Kampagnenbotschaft von Präsident Donald Trump zu bekräftigen“.

    Am Dienstag werde sich Pompeo mit dem indischen Premierminister Narendra Modi zusammensetzen und am dritten jährlichen 2+2-Ministerdialog zwischen den USA und Indien mit Verteidigungsminister Mark Esper und indischen Kollegen teilnehmen, um den bilateralen Handel zwischen den USA und Indien sowie gegenseitige Interessenbereiche zu erörtern.

    Anfang dieser Woche sagte der US-Außenminister gegenüber Reportern, er sei „sicher“, dass beide Seiten auch darüber diskutieren würden, „wie freie Nationen zusammenarbeiten können, um die von der Kommunistischen Partei Chinas ausgehenden Bedrohungen zu vereiteln“.

    Bieguns Indien-Besuch

    Der Vize-Außenminister der USA, Stephen Biegun, hatte New-Delhi Mitte Oktober besucht, wo er unterstrich, dass das Weiße Haus die Interessen Indiens in der Region fördern, einen freien und offenen Indopazifik aufbauen und die Risiken chinesischer High-Tech-Telekommunikationsnetze angehen wolle.

    Biegun erklärte in seiner Rede auch, dass die USA „sicherlich“ von einem „starken und prosperierenden“ Indien profitieren, und zeigte sich zuversichtlich, dass die beiden Seiten ihre Partnerschaft ungeachtet des Ergebnisses der US-Präsidentschaftswahlen am 3. November weiter stärken würden.

    Spannungen um Südchinesisches Meer

    Die ostasiatischen Länder China, Japan, Vietnam und die Philippinen stehen wegen der Seegrenzen und Verantwortungszonen im Süd- und Ostchinesischen Meer miteinander im Konflikt. Laut China machen sich Länder wie Vietnam und die Philippinen bewusst die Unterstützung der Vereinigten Staaten zunutze, um die Spannung in der Region anzuheizen.

    Die USA sind der Ansicht, dass Peking künstliche Inseln baue, sie zu militärischen Objekten umfunktioniere und seine Territorialgewässer durch künstlich gewonnenes Land erweitere. Die Vereinigten Staaten pochen auf das Recht des freien Schiffsverkehrs in diesem Gebiet. China weist die vonseiten der USA lautgewordenen Vorwürfe zurück.

    Sich gegen mögliche Bedrohungen Chinas wappnen

    Zuvor sagte Nato-Chef Jens Stoltenberg, dass die Allianz sich stärker gegen mögliche Bedrohungen durch China wappnen sollte.

    „China investiert stark in Nuklearwaffen und Langstreckenraketen, die Europa erreichen können. Die Nato-Verbündeten müssen sich gemeinsam dieser Herausforderung stellen“, so Stoltenberg gegenüber der „Welt am Sonntag“.

    Der Aufstieg Chinas verändert Stoltenbergs Worten zufolge „fundamental die globale Machtbalance“. Dabei komme China immer stärker „vor die Haustür Europas“. Das Reich der Mitte sei in der Arktis, im Mittelmeer und in Afrika präsent und investiere in kritische europäische Infrastrukturen. Die Nato müsse auf diese Entwicklungen antworten, weil sie einen fundamentalen Wandel in der weltweiten Machtbalance darstellten, so Stoltenberg.

    Spannungen in Ladakh

    Am 15. Juni war es in der Region Ladakh zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen indischen und chinesischen Soldaten gekommen. Dabei wurden mindestens 20 Inder getötet. Wie viele Opfer unter den chinesischen Militärs zu beklagen waren, gab die Volksrepublik nicht an. Indische Medien meldeten mindestens 45 Verletzte oder Tote auf chinesischer Seite.

    China und Indien hatten 1962 einen kurzen Krieg um ihre Grenze im Himalaya geführt, den China gewann. Seither gibt es immer wieder Zwischenfälle. Der Grenzverlauf ist nach wie vor nicht geklärt. Auch US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich angeboten, in dem Konflikt zu vermitteln, was beide Länder aber ablehnten.

    aa/sna/mt

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