15:14 25 November 2020
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    Kurz nach der Vereinbarung einer neuen Waffenruhe im Konflikt um die Kaukasus-Region Bergkarabach werfen Armenien und Aserbaidschan sich gegenseitig Verstöße vor.

    Die Sprecherin des armenischen Verteidigungsministeriums, Schuschan Stepanjan, teilte am Montag mit, dass die aserbaidschanische Seite am frühen Morgen den Artilleriebeschuss von Bergkarabach wiederaufgenommen und damit „grob gegen die in den USA erzielte Vereinbarung über die humanitäre Waffenruhe verstoßen“ habe. 

    Zuvor teilte das aserbaidschanische Verteidigungsministerium mit, dass seine Soldaten kurz nach dem Inkrafttreten der Waffenruhe in einem Dorf beschossen worden seien. Baku beteuerte dabei, sich strikt an die Vereinbarung über den Waffenstillstand zu halten, der am heutigen Montag ab 08.00 Uhr Ortszeit (05.00 Uhr MEZ) in Kraft treten sollte. 

    Armenien und die nicht anerkannte Republik Bergkarabach weisen diese Vorwürfe zurück. „Wie gestern in Washington unter Vermittlung der USA vereinbart wurde, wird die armenische Seite eine völlige Waffenruhe halten“, schrieb der armenische Premierminister Nikol Paschinjan auf Facebook. Auch die Verteidigungsarmee von Bergkarabach weist Vorwürfe aus Baku über Verstöße zurück und spricht von Desinformation.

    Mit den jüngsten Vereinbarungen unter US-Vermittlung sollten die Vereinbarungen vom 10. Oktober umgesetzt werden, die nach elfstündigen Gesprächen in Moskau erzielt worden waren. Demnach sollten die Parteien unverzüglich die Kampfhandlungen einstellen und Verhandlungen zur Lösung des Konflikts aufnehmen. Die verfeindeten Nachbarn geben sich aber immer wieder gegenseitig die Schuld am Ausbruch der Kämpfe.

    Die Gefechte um Berg-Karabach dauern bereits seit Ende September an. Aserbaidschan hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über das bergige Gebiet mit etwa 145.000 Bewohnern verloren. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. 

    om/sb/sna

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    Tags:
    Verstöße, Waffenruhe, Bergkarabach-Konflikt, Armenien, Aserbaidschan