13:24 04 Dezember 2020
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    Bei den Massenprotesten am Sonntag in Weißrussland sind landesweit mehr als 500 Menschen festgenommen worden, teilte das Innenministerium in Minsk am Montag mit.

    Insgesamt seien landesweit 523 Menschen bei 19 Aktionen in Gewahrsam genommen worden, 160 davon in Minsk, hieß es.

    ​Zuvor hatte die weißrussische Oppositionsanführerin Swetlana Tichanowskaja aus ihrem Exil in der EU dem Präsidenten Alexander Lukaschenko ein Ultimatum bis Sonntag gestellt, sein Amt aufzugeben und Neuwahlen anzusetzen. Sollte das nicht der Fall sein, drohte sie mit einem nationalen Generalstreik.

    ​Am Sonntag fanden in unterschiedlichen Städten Weißrusslands Protestaktionen der Opposition statt. In Minsk hat die Polizei  „Spezialmittel gegen gewaltbereite Demonstranten“ eingesetzt. Augenzeugen berichten in sozialen Netzwerken von Blendgranaten und Gummigeschossen. 

    Der stellvertretende Industrieminister des Landes, Czeslaw Shulga, dementierte Berichte einiger lokaler Medien und Telegram-Kanäle über Massenstreiks in den Betrieben. „Alle Betriebe arbeiten normal“, sagte er. 

    Hintergrund 

    In Weißrussland dauern seit fast zwei Monaten Proteste an. Auslöser war die Präsidentschaftswahl vom 9. August, bei der Amtsinhaber Alexander Lukaschenko laut offiziellen Angaben mit 80,1 Prozent der Stimmen gesiegt hat. Die Opposition hält dagegen ihre Kandidatin Swetlana Tichanowskaja für die wahre Siegerin. In den ersten Protesttagen gab es nach Behördenangaben drei Tote, Hunderte Verletzte und fast 7000 Festnahmen.

    EU-Saktionen 

    Die EU erkennt Lukaschenko als Präsidenten Weißrusslands nicht an und hat sich nun auf Sanktionen gegen ihn verständigt sowie Einschränkungen gegen Dutzende hochrangige Beamte verhängt. 
    om/mt

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    Tags:
    Festnahmen, Opposition, Proteste, Weißrussland