02:19 27 November 2020
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    Die EU hat den Aufruf des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an seine Landsleute, Produkte aus französischer Produktion zu boykottieren, scharf kritisiert.

    Ein Sprecher der für die EU-Handelspolitik zuständigen EU-Kommission sagte am Dienstag in Brüssel, ein solcher Aufruf stehe im Widerspruch zum Geist von Verpflichtungen, die die Türkei eingegangen sei, und werde die Türkei noch weiter von der EU entfernen. Vereinbarungen zwischen der EU und der Türkei sähen einen freien Warenverkehr vor.

    Der Hintergrund des Boykottaufrufs von Erdogan waren Aussagen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron über Meinungsfreiheit, darunter über die Publikation von Karikaturen vom Propheten Mohammed. Frankreich werde nicht „auf Karikaturen und Zeichnungen verzichten, auch wenn andere sich davon zurückziehen“, hatte Macron bei einer Gedenkfeier zu Ehren des von einem Islamisten enthaupteten Lehrers Samuel Paty gesagt.Der Lehrer hatte im Unterricht Spottbilder vom Propheten Mohammed als Beispiel für Meinungsfreiheit gezeigt. Viele Muslime lehnen eine bildliche Darstellung des Propheten ab und empfinden sie als beleidigend, explizit verboten ist sie im Koran aber nicht. Neben der Türkei kritisieren auch die Regierungen der muslimisch geprägten Länder wie Jordanien, Marokko, Katar, Kuwait und Pakistan Macrons Äußerungen.

    ls/mt/dpa

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    Tags:
    EU-Kommission, Emmanuel Macron, Recep Tayyip Erdogan, Frankreich, Türkei