01:43 27 November 2020
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    US-Außenminister Mike Pompeo und US-Verteidigungsminister Mark Esper haben Indien Anfang dieser Woche besucht und am Dienstag ein Verteidigungsabkommen zum Austausch von Satellitendaten zu Militärzwecken mit New Delhi unterzeichnet.

    Dies gebe Indien den Zugang zu GPS- und Echtzeitdaten für einen präziseren Einsatz von Raketen und Drohnen, die Indien aus den USA erworben habe.

    Die beiden Länder seien gemeinsam für einen „freien und offenen Indo-Pazifik für alle“, besonders in Anbetracht „wachsender Aggression und destabilisierender Aktivitäten Chinas“, so Esper gegenüber Reportern. Sein indischer Kollege Rajnath Singh und Außenminister Subrahmanyam Jaishankar hätten von einer Zusammenarbeit zur Wahrung einer „regelbasierten internationalen Ordnung“ gesprochen, China aber nicht direkt erwähnt.

    „Unsere Anführer und unsere Bürger sehen mit wachsender Klarheit, dass die Kommunistische Partei Chinas kein Freund der Demokratie, des Rechtsstaates, der Transparenz, der Freiheit der Schifffahrt, der Basis eines freien und florierenden Indo-Pazifiks, ist“, betonte Pompeo nach den Gesprächen. „Ich bin froh zu sagen, dass die Vereinten Staaten und Indien Schritte gehen für eine Kooperation gegen alle Arten von Bedrohungen und nicht nur gegen die, die von der Kommunistischen Partei Chinas ausgeht.“

    Pompeo und Esper reisen von Indien weiter nach Sri Lanka, auf die Malediven und nach Indonesien.

    Bieguns Indien-Besuch

    Der Vize-Außenminister der USA, Stephen Biegun, hatte New-Delhi Mitte Oktober besucht, wo er unterstrich, dass das Weiße Haus die Interessen Indiens in der Region fördern, einen freien und offenen Indopazifik aufbauen und die Risiken chinesischer High-Tech-Telekommunikationsnetze angehen wolle.

    Biegun erklärte in seiner Rede auch, dass die USA „sicherlich“ von einem „starken und prosperierenden“ Indien profitieren, und zeigte sich zuversichtlich, dass die beiden Seiten ihre Partnerschaft ungeachtet des Ergebnisses der US-Präsidentschaftswahlen am 3. November weiter stärken würden.

    Spannungen um Südchinesisches Meer

    Die ostasiatischen Länder China, Japan, Vietnam und die Philippinen stehen wegen der Seegrenzen und Verantwortungszonen im Süd- und Ostchinesischen Meer miteinander im Konflikt. Laut China machen sich Länder wie Vietnam und die Philippinen bewusst die Unterstützung der Vereinigten Staaten zunutze, um die Spannung in der Region anzuheizen.

    Die USA sind der Ansicht, dass Peking künstliche Inseln baue, sie zu militärischen Objekten umfunktioniere und seine Territorialgewässer durch künstlich gewonnenes Land erweitere. Die Vereinigten Staaten pochen auf das Recht des freien Schiffsverkehrs in diesem Gebiet. China weist die vonseiten der USA lautgewordenen Vorwürfe zurück.

    Spannungen in Ladakh

    Am 15. Juni war es in der Region Ladakh zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen indischen und chinesischen Soldaten gekommen. Dabei wurden mindestens 20 Inder getötet. Wie viele Opfer unter den chinesischen Militärs zu beklagen waren, gab die Volksrepublik nicht an. Indische Medien meldeten mindestens 45 Verletzte oder Tote auf chinesischer Seite.

    China und Indien hatten 1962 einen kurzen Krieg um ihre Grenze im Himalaya geführt, den China gewann. Seither gibt es immer wieder Zwischenfälle. Der Grenzverlauf ist nach wie vor nicht geklärt. Auch US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich angeboten, in dem Konflikt zu vermitteln, was beide Länder aber ablehnten.

    aa/dpa/mt

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    Tags:
    China, Militär, Satelliten, Abkommen, Verteidigung, USA, Indien