12:42 04 Dezember 2020
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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Mittwoch nach Angaben des örtlichen Senders TRT eine Strafanzeige gegen die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ erstattet, die zuvor eine Karikatur des türkischen Staatschefs veröffentlichte.

    Der Anwalt des Präsidenten, Hüseyin Aydin, reichte demzufolge die Anklage in Erdogans Namen bei der Generalstaatsanwaltschaft in Ankara ein. Laut der Anzeige kann die „beleidigende“ Karikatur nicht als ein Ausdruck der Pressefreiheit verstanden werden, weil Medien auch „ethischen Regeln“ folgen und Handlungen vermeiden sollen, die „Rechte und Freiheiten von Individuen verletzen“ könnten.

    Erdogan-Karikatur

    Die Karikatur war auf der Titelseite der Mittwochausgabe von „Charlie Hebdo“ erschienen und zeigt den türkischen Präsidenten in weißem Oberteil und Unterhose auf einem Sessel sitzend. Der Titel lautet: „Erdogan – privat ist er sehr lustig.“

    Auf der Zeichnung hält Erdogan eine Dose in der Hand und hebt das Gewand einer verschleierten Frau hoch, um ihr nacktes Hinterteil zu enthüllen. „Ohh! Der Prophet!“, heißt es dazu in einer Sprechblase.

    Spannungen zwischen Türkei und Frankreich

    Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zur Meinungsfreiheit und zum Islam nach dem Tod des Lehrers Samuel Paty hatten zwischen den beiden Ländern für Missstimmung gesorgt.

    Macron stellte Maßnahmen im Kampf gegen „islamistischen Separatismus“ vor. Es gehe darum, einen „Islam der Aufklärung“ aufzubauen und ihn von ausländischem Einfluss zu befreien. Auch die Finanzierung von Moscheen soll stärker kontrolliert werden. Außerdem verteidigte Frankreichs Staatschef eine frühere Veröffentlichung von Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed durch „Charlie Hebdo“.

    Erdogan hatte dazu aufgerufen, französische Waren zu boykottieren, und Macron persönlich angegriffen. Er empfahl dem französischen Staatschef, sich psychisch untersuchen zu lassen.

    mo/mt

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    Charlie Hebdo