12:11 02 Dezember 2020
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    Ein französischer interimistischer Geschäftsträger ist in Ankara wegen der beleidigenden Karikatur des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in der Zeitschrift „Charlie Hebdo“ einbestellt worden, teilte eine Quelle im türkischen Außenministerium gegenüber Journalisten am Mittwoch mit.

    „Der französische interimistische Geschäftsträger ist in Ankara einbestellt worden, wo ihm gegenüber eine scharfe Verurteilung bezüglich der Karikatur in der Zeitschrift 'Charlie Hebdo' ausgesprochen wurde“, sagte die Quelle.

    Erdogan-Karikatur

    Die Karikatur war auf der Titelseite der Mittwochausgabe von „Charlie Hebdo“ erschienen und zeigt den türkischen Präsidenten in weißem Oberteil und Unterhose auf einem Sessel sitzend. Der Titel lautet: „Erdogan – privat ist er sehr lustig.“

    Auf der Zeichnung hält Erdogan eine Dose in der Hand und hebt das Gewand einer verschleierten Frau hoch, um ihr nacktes Hinterteil zu enthüllen. „Ohh! Der Prophet!“, heißt es dazu in einer Sprechblase.

    Spannungen wegen Karikaturen

    Nach dem brutalen Mord an dem Lehrer Samuel Paty durch einen mutmaßlichen Islamisten hatte der französische Präsident Emmanuel Macron mehrmals die Meinungsfreiheit und Veröffentlichung von Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed in der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ verteidigt. Der Lehrer hatte im Unterricht die Bilder als Beispiel für Meinungsfreiheit gezeigt.

    Macron stellte Maßnahmen im Kampf gegen „islamistischen Separatismus“ vor. Es gehe darum, einen „Islam der Aufklärung“ aufzubauen und ihn von ausländischem Einfluss zu befreien. Auch die Finanzierung von Moscheen soll stärker kontrolliert werden.

    Die Äußerungen des französischen Staatschefs zur Meinungsfreiheit und zum Islam hatten zwischen Frankreich einerseits und der Türkei sowie anderen muslimischen Ländern andererseits für Missstimmung gesorgt.

    Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte dazu aufgerufen, französische Waren zu boykottieren, und Macron persönlich angegriffen. Er empfahl seinem französischen Amtskollegen, sich psychisch untersuchen zu lassen.

    pd/mt/sna

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    Außenministerium, Charlie Hebdo, Diplomat, Frankreich, Karikaturen, Recep Tayyip Erdogan, Türkei