12:38 03 Dezember 2020
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    Deutsche Wirtschaftsverbände haben die von Bund und Ländern im Kampf gegen die Corona-Krise vereinbarten Einschränkungen der Kritik unterzogen. Dabei wird unter anderem eine umgehende Festlegung der staatlich zugesagten Finanzhilfen gefordert. 

    Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer erklärte am Mittwoch: „Es ist gut, dass Bund und Länder einen pauschalen Wirtschafts-Lockdown erkennbar vermeiden wollten, gleichwohl ist das nicht durchgängig gelungen und ein harter und bitterer Tag für viele Handwerksbetriebe.“

    Die großen Anstrengungen und Investitionen vieler Betriebe in den vergangenen Monaten, mit ausgeklügelten Hygienekonzepten Kunden und Mitarbeiter zu schützen, hätten mehr Anerkennung verdient.

    „Manche Handwerksbereiche sind teils unmittelbar, teils mittelbar von den nun anstehenden Schließungen substanziell betroffen.“

    Finanzhilfen von bis zu 10 Milliarden Euro geplant

    Der nun vereinbarte Teil-Lockdown treffe die Betriebe besonders, die durch den ersten Lockdown bereits massiv angeschlagen seien. Es sei daher entscheidend, dass das angekündigte zusätzliche Unterstützungspaket zeitnah festgelegt werde - der Bund plant Finanzhilfen von bis zu 10 Milliarden Euro.

    Aus Sicht des Handelsverbands Deutschland werden viele Handelsunternehmen auf die zugesagte staatliche Hilfe angewiesen sein. Positiv sei, dass in den Geschäften nun statt einem Kunden pro 25 Quadratmeter, wie ursprünglich vom Bund geplant,  zumindest ein Kunde pro 10 Quadratmeter Verkaufsfläche zugelassen sein solle. „Der faktische Lockdown gefährdet jedoch viele Einzelhändler in der Innenstadt.“

    „Das richtige Maß der Regeln finden“

    Auch die Landkreise haben die neuen massiven Einschränkungen für Hotels und Restaurants wegen der Corona-Krise scharf kritisiert. Es gehe darum, das richtige Maß der Regeln gegen die Pandemie zu finden, erklärte der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, am Mittwoch. Die weitgehende Schließung von Gastronomie und Hotelbetrieb schieße über das Ziel hinaus.

    „Denn das hauptsächliche Infektionsgeschehen spielt sich derzeit vor allem im privaten Bereich ab und in der Regel nicht in Restaurants, Cafés und Hotels“, sagte Sager. Gerade in Anbetracht von Sperrstunden und Alkoholverbot sei eine Schließung „weder geeignet noch erforderlich“.

    Die anderen Beschlüsse etwa zu Kontaktbegrenzungen unterstütze Sager ausdrücklich. Zwar werde den Menschen damit viel zugemutet. Doch die Schritte seien nötig, damit die Pandemie nicht entgleise. Für die Gesundheitsämter werde es immer schwieriger, zu ermitteln, wo sich jemand infiziert habe und wen er angesteckt haben könnte.

    „Je konsequenter wir gemeinsam versuchen, persönliche Kontakte auf das notwendige Maß zu reduzieren und die gesellschaftliche Interaktion auf ein Minimum zurückzuführen, desto eher können diese drastischen Maßnahmen wieder beendet werden“, warb Sager.

    pd/mt/dpa

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    Finanzhilfen, Restaurant, Hotel, Betrieb, Lockdown, Länder, Bund, Einschränkung, Maßnahmen, Wirtschaft