06:31 03 Dezember 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    3513
    Abonnieren

    Vor dem Hintergrund der andauernden Proteste in Weißrussland hat Staatschef Alexander Lukaschenko die Leitung des Innenministeriums und der Minsker Polizei ausgewechselt. Das Wohl der Bürger hänge von der Effektivität der bewaffneten Strukturen ab, begründete Lukaschenko seine Entscheidung.

    Lukaschenko stellte am Freitag im Innenministerium den bisherigen Polizeichef von Minsk Iwan Kubrakow als neuen Innenminister sowie Michail Grib als neuen Chef der Minsker Polizei vor.

    „Hier befinden sich die Leiter der Sicherheitsbehörden, von deren Arbeitseffektivität die Stabilität und das Wohlergehen unseres Volkes wie nie zuvor abhängen“, sagte der Staatschef.

    Ihm zufolge hatten rund zehn Kandidaten für das Amt des Innenministers im Raum gestanden. Der Staatschef würdigte, dass der neue Innenminister seine Karriere auf einem Revier in Minsk als Fahrer begonnen und sich dann zum Polizeichef der Hauptstadt hochgearbeitet habe.

    Lukaschenko dankte dem bisherigen Innenminister Juri Karajew für seine Professionalität bei der Gewährleistung der Sicherheit während der Protestaktionen. Karajew habe zur Umorganisierung der Bereitschaftstruppen und der Innenbehörden sowie zur Verstärkung ihrer Kampfbereitschaft „enorm beigetragen“. Als der Beauftragte des Präsidenten für das Gebiet Grodno werde der nun ehemalige Innenminister weiter „dem Wohl Weißrusslands und des Volkes dienen“.

    „Situation unter Kontrolle“

    Lukaschenko versicherte, dass die Behörden die Situation im Land „sicher kontrollieren“ würden und die Gesellschaft vor jeglichen Angriffen schützen könnten.

    In Weißrussland gibt es seit Wochen Massenproteste gegen Langzeit-Staatschef Lukaschenko, der bei der Präsidentenwahl am 9. August nach amtlichen Angaben mit mehr als 80 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt wurde. Die Opposition erkennt das Wahlergebnis nicht an und hält ihre Kandidatin Swetlana Tichanowskaja für die Siegerin.

    Am Dienstag teilte das weißrussische Innenministerium mit, dass mehr als 500 Demonstranten in den letzten 24 Stunden bei nicht genehmigten Protesten in verschiedenen Regionen des Landes festgenommen worden seien. Trotz der Proteste, die teils niedergeschlagen werden, wurde Lukaschenko am 23. September vereidigt. Die Behörden sprechen von einer Radikalisierung der Protestbewegung im Land.

    leo/ae

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Wie Verbrecher behandelt? Quarantäne-Schreiben wegen harter Wortwahl in Kritik – Sputnik hakt nach
    Russischer Impfstoff darf dran, so Kommission von der Leyens - aber „nirgendwo in EU außer Ungarn“
    Auf Sexparty erwischt: Polizei löst Orgie in Brüssel auf – EU-Abgeordneter tritt zurück
    Tags:
    Minsk, Polizei, Innenministerium, Innenminister, Alexander Lukaschenko, Proteste, Weißrussland