13:30 04 Dezember 2020
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    Nach Protesten in muslimisch geprägten Ländern gegen seine Äußerungen zum Islam versichert Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dass es im Land keinerlei Einschränkungen für das Glaubensbekenntnis der Muslime gebe.

    „Unser Land hat keine Probleme mit irgendeiner Religion, Muslime werden in Frankreich auf gleiche Weise wie Vertreter anderer Konfessionen behandelt. Muslime können sich zu ihrem Glauben frei bekennen“, sagte Macron in einem Interview mit dem TV-Sender Al-Jazeera. 

    Rassismus, Nationalismus und Chauvinismus seien in Frankreich gesetzlich nicht erlaubt. Aber die Regierung könne nicht zulassen, dass Gesetze des Landes im Namen einer Religion verletzt würden, auch nicht das Gesetz über die Gleichstellung der Geschlechter, betonte der französische Staatschef.

    „Ich verstehe die Gefühle der Muslime, aber meine Aufgabe ist es auch, die Rechte zu schützen, einschließlich des Rechts des französischen Volkes auf freie Meinungsäußerung.“

    Die umstrittenen Mohammed-Karikaturen seien nicht in einer amtlichen, sondern in einer unabhängigen Zeitung erschienen, so Macron weiter. „Aber das bedeutet nicht, dass ich persönlich alles unterstütze, was gesagt, geschrieben oder gezeichnet wird.“

    Nach den vermutlich islamistisch motivierten Morden in Frankreich hatte Macron erklärt, der Islam stecke in einer Krise. Zuvor hatte er Maßnahmen im Kampf gegen „islamistischen Separatismus“ in Frankreich vorgestellt. Es gehe darum, einen „Islam der Aufklärung“ aufzubauen und ihn von ausländischem Einfluss zu befreien. In islamischen Ländern führte dies zu Protesten und Boykottaufrufen gegen französische Waren.

    Am Donnerstag hatte ein mutmaßlicher Islamist bei einer Messerattacke in einer Kirche im französischen Nizza eine Frau enthauptet und zwei weitere Menschen getötet. Frankreich rief die höchste Terrorwarnstufe aus, Staatspräsident Emmanuel Macron sprach von einem Terroranschlag.

    Nur knapp zwei Wochen davor war in einem Pariser Vorort ein Geschichtslehrer von einem mutmaßlichen Islamisten auf offener Straße mit einem Messer enthauptet worden. Der Lehrer hatte im Unterricht zur Erklärung der Meinungsfreiheit umstrittene Mohammed-Karikaturen aus dem Satiremagazin „Charlie Hebdo“ gezeigt.

    leo/ae

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    Tags:
    Religion, Streit, Karikatur, prophezeien, Emmanuel Macron, Islam, Frankreich