15:23 25 November 2020
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    Die Kämpfe in der Konfliktzone Bergkarabach im Südkaukasus sollen am Dienstagmittag (Ortszeit) an Intensität verloren haben. Dies hat der Armeesprecher der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach, Suren Sarumjan, der Agentur RIA Novosti mitgeteilt.

    „Man kann sagen, dass die Intensität der Gefechte im Moment abgenommen hat, aber dies geschah aufgrund der Tatsache, dass Aserbaidschan erkannt hat, dass allgemeine Operationen keine Ergebnisse bringen würden. Ein weiterer Grund ist, dass in der Schlucht in Richtung Schuscha (eine Stadt in Bergkarabach – Anm. d. Red.) der Elite ihrer Spezialeinheiten das Rückgrat gebrochen wurde. Dem ist es zu verdanken, dass die Intensität der Kämpfe nicht auf dem bisherigen Niveau sein kann. Sie hat abgenommen“, sagte Sarumjan.  

    Eskalation im Südkaukasus

    Der Konflikt in Bergkarabach war am 27. September eskaliert. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, die seitdem andauern. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen viele Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Eriwan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich.

    Die Behörden der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach erklärten den Kriegszustand und eine Mobilmachung in der Republik. Auch Armenien verkündete den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Aserbaidschan führte den Kriegszustand in einigen Regionen des Landes ein und verkündete eine teilweise Mobilmachung. Armenien wirft der Türkei vor, Aserbaidschan aktiv zu unterstützen.

    Die Staatschefs Russlands, der USA und Frankreichs hatten die Konfliktparteien dazu aufgefordert, die Kämpfe einzustellen und sich zur Aufnahme von Verhandlungen ohne Vorbedingungen zu verpflichten. Die Türkei versprach, Aserbaidschan jede gewünschte Unterstützung zu gewähren.

    Waffenruhe-Beschluss für Bergkarabach

    Am 9. Oktober waren die Außenminister von Armenien und Aserbaidschan auf Einladung von Wladimir Putin zu Vermittlungsgesprächen nach Moskau gekommen. Die Gespräche dauerten mehr als zehn Stunden.

    Im Ergebnis dieser Verhandlungen wurde ein Waffenstillstand in der Konfliktregion um Bergkarabach vereinbart, der am 10. Oktober in Kraft trat und den beiden Konfliktparteien ermöglichen soll, Kriegsgefangene und Gefallene unter Vermittlung des Roten Kreuzes auszutauschen. Doch schon am selben Tag warfen die Seiten einander vor, gegen die Waffenruhe verstoßen zu haben. Ein zweiter Versuch, einen humanitären Waffenstillstand zu organisieren, wurde in der Nacht zum 18. Oktober unternommen.

    Das US-Außenministerium kündigte am 26. Oktober die Vereinbarung eines humanitären Waffenstillstandes an, aber auch danach beschuldigten die Konfliktparteien einander, sich nicht daran zu halten.

    pd/mt/sna

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    Tags:
    Waffenstillstand, Armee, Kämpfe, Bergkarabach-Konflikt, Aserbaidschan, Armenien