16:02 25 November 2020
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    Im Konflikt um Bergkarabach im Südkaukasus soll Aserbaidschan einen klaren militärischen Vorteil gegenüber Armenien haben. Der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew hat sich dazu im Interview mit der spanischen Nachrichtenagentur EFE am Donnerstag geäußert.

    „Die Situation an der Front zeigt die Dominanz der aserbaidschanischen Armee. Wir befreien ein Dorf und eine Stadt nach der anderen. (…) Auf dem Schlachtfeld befreite Aserbaidschan einen großen Teil seines Territoriums, das fast 30 Jahre lang besetzt war, und die erfolgreiche Offensive der aserbaidschanischen Armee geht weiter“, sagte Alijew.

    Inzwischen seien vier der fünf besetzten Gebiete bereits ganz oder teilweise befreit, hieß es. Und die Militärs seien dabei, andere besetzte Territorien zu befreien.

    Alijew betonte, dass Baku die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates umsetzen und bereits einige der von der Minsker Gruppe der OSZE für die Beilegung des Konflikts vorgeschlagenen Grundprinzipien anwenden würde, welche einen Rückzug aus den besetzten Gebieten erfordern würden.

    „Leider war Armenien nicht bereit, dies freiwillig zu tun, deshalb mussten wir sie dazu zwingen“, fügte er hinzu.

    Zudem wies Alijew erneut die Berichte zurück, dass im Konflikt um Bergkarabach Söldner an der aserbaidschanischen Seite kämpfen würden. Es habe bisher keine Beweise dafür gegeben, hieß es.

    „Es wurde uns kein einziges Dokument, kein einziger Beweis vorgelegt, nur Aussagen“, so der aserbaidschanische Staatschef.

    Eskalation im Südkaukasus

    Der Konflikt in Bergkarabach war am 27. September eskaliert. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, die seitdem andauern. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen viele Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Eriwan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich.

    Die Behörden der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach erklärten den Kriegszustand und eine Mobilmachung in der Republik. Auch Armenien verkündete den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Aserbaidschan führte den Kriegszustand in einigen Regionen des Landes ein und verkündete eine teilweise Mobilmachung. Armenien wirft der Türkei vor, Aserbaidschan aktiv zu unterstützen.

    Die Staatschefs Russlands, der USA und Frankreichs hatten die Konfliktparteien dazu aufgefordert, die Kämpfe einzustellen und sich zur Aufnahme von Verhandlungen ohne Vorbedingungen zu verpflichten. Die Türkei versprach, Aserbaidschan jede gewünschte Unterstützung zu gewähren.

    Waffenruhe-Beschluss für Bergkarabach

    Am 9. Oktober waren die Außenminister von Armenien und Aserbaidschan auf Einladung von Wladimir Putin zu Vermittlungsgesprächen nach Moskau gekommen. Die Gespräche dauerten mehr als zehn Stunden.

    Im Ergebnis dieser Verhandlungen wurde ein Waffenstillstand in der Konfliktregion um Bergkarabach vereinbart, der am 10. Oktober in Kraft trat und den beiden Konfliktparteien ermöglichen soll, Kriegsgefangene und Gefallene unter Vermittlung des Roten Kreuzes auszutauschen. Doch schon am selben Tag warfen die Seiten einander vor, gegen die Waffenruhe verstoßen zu haben. Ein zweiter Versuch, einen humanitären Waffenstillstand zu organisieren, wurde in der Nacht zum 18. Oktober unternommen.

    Das US-Außenministerium kündigte am 26. Oktober die Vereinbarung eines humanitären Waffenstillstandes an, aber auch danach beschuldigten die Konfliktparteien einander, sich nicht daran zu halten.

    pd/mt 

     

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    Tags:
    OSZE, Russland, Waffenstillstand, Armenien, Konflikt, Aserbaidschan