17:47 27 November 2020
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    Russland führt mit der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) Verhandlungen über das Format der Zusammenarbeit bei den Ermittlungen zu dem Fall Alexej Nawalny. Dies gab bei einer UN-Sitzung der russische Botschafter der Organisation der Vereinten Nationen, Wassili Nebensja, bekannt.

    „Sie haben betont, dass Sie in jenen Materialien, die Sie uns übergeben haben, speziell die chemische Formel des Stoffes, der nach Ihrer Behauptung die Ursache für die Vergiftung gewesen sein könnte, geschwärzt haben. Das ist aber gerade das, worum wir Sie gebeten haben“, so Nebensja, der seinen deutschen Kollegen ansprach.

    Laut seinen Worten ist die chemische Formel ein notwendiger Bestandteil, um eine Ermittlung in Russland durchführen und um jene Angaben, die Deutschland erhalten hat, mit jenen Daten, die Russland noch bekommen soll, vergleichen zu können.

    „Wir haben in der Tat die OPCW um eine Zusammenarbeit in dieser Frage gebeten. Und derzeit laufen Verhandlungen über das Format einer solchen Zusammenarbeit“, so Nebensja.

    „Sie behaupten, dass die Formel der Chemikalie, mit der Alexej Nawalny angeblich vergiftet worden sein soll, von Ihnen aus Überlegungen verheimlicht worden ist, das Wissen über diese als eine Substanz abzuwenden, die ein giftiger chemischer Stoff ist. Ich möchte Sie daran erinnern, dass in jenem OPCW-Bericht, der zu diesem Thema publik gemacht worden ist, darauf hingewiesen wird, dass jener Stoff, der nach Behauptungen Ihres Labors die Ursache für seine Vergiftung hätte sein können, nicht auf der Liste von chemischen Giftstoffen gemäß der Liste der Chemiewaffenkonvention steht“, betonte der russische UN-Botschafter.

    Moskau will laut seinen Äußerungen die Antwort auf die elementare Frage kennen, die lautet: „Was für ein Stoff ist es gewesen, der im Labor der Bundeswehr entdeckt worden ist?“

    Fall Nawalny

    Der russische regierungskritische Blogger Alexej Nawalny hatte am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verloren, woraufhin das Flugzeug umgehend in der Stadt Omsk notgelandet war. Er wurde in ein Omsker Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt. Laut dem Omsker Krankenhaus wurden in Nawalnys Blut und Urin kein Gift oder Spuren davon entdeckt, als vorläufige Diagnose wurde eine Stoffwechselstörung angegeben, die ein drastisches Absinken des Blutzuckerspiegels verursacht haben soll.

    Später wurde der 44-Jährige auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt. In Deutschland sollen bei ihm angeblich Zeichen einer Vergiftung mit einem chemischen Nervenkampfstoff der „Nowitschok“-Gruppe gefunden worden sein. Die Schlussfolgerungen deutscher Sachverständiger seien von Labors in Schweden und Frankreich bestätigt worden. Am 23. September wurde Nawalny aus der stationären Behandlung der Berliner Charité entlassen.

    Kooperation verweigert

    Russland hat bereits mehrmals Deutschland sowie andere westliche Partner und die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zur Kooperation im Fall Nawalny aufgefordert. Doch weder Berlin noch Paris stellen Russland die erforderlichen Daten zur Verfügung und antworten auf russische Rechtshilfegesuche.

    ak/sna/ae

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    Tags:
    Alexej Nawalny, Uno, Wassili Nebensja, Russland, OPCW