18:29 24 November 2020
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    Die Auszählung der Wählerstimmen in den USA ist noch nicht abgeschlossen, das Wahlergebnis steht noch nicht fest, doch die EU scheint sich bereits auf eine Biden-Regierung einzustimmen: auf ein „Zurück zu den guten alten transatlantischen Zeiten“.

    Die transatlantische Partnerschaft sei unter der Präsidentschaft von Donald Trump mit ihren größten Herausforderungen der letzten 70 Jahre konfrontiert worden, sagte kürzlich der EU-Abgeordnete David McAllister, Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten im Europäischen Parlament. Mit Joe Biden habe man indes viel gemeinsam, betonte der europäische Politiker: Biden sei berechenbar und er trete dafür ein, internationale Organisationen zu stärken und zu reformieren.

    Dazu muss man wissen, dass die EU-Spitzen bereits eine Vorgeschichte mit Joe Biden haben, in seiner ehemaligen Funktion als Vize-Präsident unter Barack Obama.

    „Biden ist den EU-Politikern als Verhandlungspartner bekannt und für sie allein daher schon unkomplizierter“, sagte der russische Politologe Alexander Assafow im Sputnik-Gespräch. Was aber würde ein Joe Biden als US-Präsident für die Europäische Union bedeuten? Der Politologe: „Vor allem noch mehr Nato durch engere Bindung an Washington. Und noch mehr Verbindungen, die man euro- oder transatlantisch nennt.“

    Unter Trump seien diese Verbindungen ein wenig in den Hintergrund gerückt, so der Experte: „Europäische Initiativen traten hingegen in den Vordergrund: europäische Armee, europäische Strafverfolgung und Terrorbekämpfung… Sollte Joe Biden die Wahl gewinnen, dann wird es in der EU, denke ich, eine Rolle rückwärts geben. Die europäische Politik wird um Jahre zurückgeworfen in eine Zeit, in der die USA einen fast schon offenen und direkten Einfluss auf viele Entscheidungen in der Europäischen Union ausübten.“

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    Tags:
    EU, US-Präsidentschaftswahlen, Donald Trump, Joe Biden