20:05 23 November 2020
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    Der Anbruch des heutigen 48. Kampftages um Bergkarabach ist für den Präsidenten dieser selbsterklärten Republik, Araik Arutjunjan, nach eigener Aussage einer der schwierigsten seines Lebens gewesen. Die Gefechte rücken unterdessen immer näher an die Hauptstadt Stepanakert heran.

    „Auf dem Renaissance-Platz von Stepanakert erlebte ich einen der schwierigsten Morgen meines Lebens: Zusammen mit Verteidigern unseres Mutterlandes halten wir bis zum Ende durch. Der Kampf um Leben und Tod geht weiter“, schrieb Arutjunjan am Sonntag auf Facebook.

    Am Samstag hatte das Verteidigungsministerium Armeniens, das Bergkarabach in dem Konflikt mit Aserbaidschan unterstützt, von schweren Gefechten nahe Schuscha berichtet. Laut Armeniens Verteidigungsminister Arzrun Owannissjan versuchten die aserbaidschanischen Streitkräfte diese mehrheitlich von Armeniern bewohnte Kleinstadt rund elf Kilometer südlich von Stepanakert unter ihre Kontrolle zu bringen. Um die Ortschaften Karintak, Lissagor und Berdsor sei erbittert gekämpft worden.

    In Stepanakert, der Hauptstadt von Bergkarabach, wurde in der Nacht zum Sonntag dreimal Luftalarm ausgelöst. Die dortigen Behörden berichteten von zahlreichen Zerstörungen durch Angriffe der aserbaidschanischen Armee auf Wohnviertel.

    Journalisten in Sicherheit gebracht

    Ausländische Journalisten mussten am Samstag aus Stepanakert in die armenische Hauptstadt Jerewan in Sicherheit gebracht werden, wie Sputnik von der Organisation erfuhr, die die Arbeit der Presse organisiert.

    „Die Journalisten wurden vorübergehend aus Sicherheitsgründen aus der Stadt gebracht“, teilte ein Sprecher mit.

    Der seit dem Zerfall der Sowjetunion schwelende Konflikt um Bergkarabach war am 27. September eskaliert. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, die seitdem andauern. Die beiden Ex-Sowjetrepubliken machten sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich und ordneten die Mobilmachung an.

    Nach dem Appell der Staatschefs von Russland, den USA und Frankreich, die Kämpfe einzustellen und Verhandlungen ohne Vorbedingungen zu beginnen, vereinbarten Armenien und Aserbaidschan unter internationaler Vermittlung wiederholt eine Waffenruhe, die Kämpfe dauern jedoch nach wie vor an.

    Der Konflikt war erstmals im Februar 1988 entflammt, nachdem das Autonome Gebiet Bergkarabach seine Abspaltung von der Aserbaidschanischen Sozialistischen Sowjetrepublik angekündigt hatte. Infolge der bewaffneten Konfrontation in den Jahren 1992 bis 1994 verlor Aserbaidschan die Kontrolle über Bergkarabach und sieben Anrainer-Bezirke. In dem Konflikt besteht Aserbaidschan auf der Aufrechterhaltung seiner territorialen Integrität, Armenien vertritt die Interessen des international nicht anerkannten Bergkarabach. Die seit 1992 unter der Schirmherrschaft der Minsker OSZE-Gruppe geführten Verhandlungen sind ohne Erfolg.

    leo/sna/ae

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    Kaukasus, Präsident, Gefechte, Bergkarabach-Konflikt, Aserbaidschan, Armenier