11:54 02 Dezember 2020
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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Baku zur „Eroberung der strategisch wichtigen“ Stadt Shusсhi und „Befreiung von sieben Regionen“ in Bergkarabach gratuliert. Armenien bestreitet jedoch Meldungen über die angebliche Einnahme der Stadt durch die aserbaidschanische Armee.

    „Die Minsker Gruppe konnte dieses Problem 30 Jahre lang nicht lösen, es konnte nicht länger toleriert werden, und schließlich hat Aserbaidschan den Sieg errungen. Das ist ein Zeichen dafür, dass ein gemeinsamer Sieg nahe ist. Die Freude Aserbaidschans ist auch unsere Freude“, sagte Erdogan in einer Rede in der türkischen Stadt Kocaeli.

    Zuvor am Sonntag hatte der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew den Sieg seiner Armee in den Kämpfen in Shuschi, der zweitgrößten Stadt des Autonomen Gebiets Bergkarabach, bekannt gegeben. Der Vertreter des armenischen Verteidigungsministeriums Artsrun Howhannisjan sagte jedoch, dass die Kämpfe in der Stadt weitergehen würden, und rief die Armenier dazu auf, an die eigenen Streitkräfte zu glauben.

    Bergkarabach-Konflikt

    Die Gefechte um Bergkarabach dauern bereits seit Ende September an. Die verfeindeten Nachbarn geben sich immer wieder gegenseitig die Schuld am Ausbruch der Kämpfe.

    Der Konflikt in der hauptsächlich von Armeniern bewohnten völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörenden Region Bergkarabach brach im Februar 1988 aus, nachdem das Autonome Gebiet Bergkarabach mit Verwaltungszentrum in Stepanakert den Austritt aus dem Staatsverband der damaligen Aserbaidschanischen SSR verkündet hatte. Im September 1991 rief Stepanakert die Republik Bergkarabach aus, zu der das frühere autonome Gebiet und einige benachbarte von Armeniern bewohnte Siedlungen gehörten. Baku erklärte diesen Schritt für gesetzwidrig und löste die Autonomie von Karabach auf.

    Darauf kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Die Karabach-Armenier wurden von armenischen Diasporen in aller Welt unterstützt, während Aserbaidschan mit Gewalt versuchte, die Abspaltung der Region zu verhindern. Am 12. Mai 1994 trat ein Waffenstillstandsabkommen in Kraft. Aserbaidschan verlor seine Kontrolle über Bergkarabach sowie gänzlich bzw. teilweise über sieben benachbarte Kreise.

    Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts werden seit 1992 im Rahmen der Minsker OSZE-Gruppe geführt. Ihre Co-Vorsitzenden sind die USA, Russland und Frankreich. Bei dem Konflikt kamen nach Schätzungen rund 30.000 Menschen ums Leben.

    sm/gs

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    Tags:
    Bergkarabach-Konflikt, Sieg, Aserbaidschan, Recep Tayyip Erdogan