20:24 23 November 2020
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    Die Regierungsgegner in Weißrussland haben am Sonntag erneut gegen den Präsidenten des Landes, Alexander Lukaschenko, demonstriert. Gegen neue Proteste sind nach Berichten von Menschenrechtlern Uniformierte in Sturmhauben in Hundertschaften vorgegangen.

    Es gab Hunderte Festnahmen, wie das Menschenrechtszentrum Wesna auf seiner Internetseite spring96.org am Sonntag mitteilte. Am späten Nachmittag waren dort bereits mehr als 550 Namen aufgelistet. Auf Videos und Fotos war zu sehen, wie Uniformierte teils ohne Erkennungszeichen friedliche Menschen in Minsk auf den Boden drückten und in Gefangenentransporter zwängten.

    An mehreren Stellen in der Hauptstadt Minsk ging die Sonderpolizei OMON gegen Menschengruppen vor, die versuchten, sich im Zentrum zu versammeln. Wie jeden Sonntag waren Tausende Menschen auf den Straßen unterwegs. Auch in anderen Städten gab es Demonstrationen für einen Rücktritt Lukaschenkos. Dort gab es Wesna zufolge nur einzelne Festnahmen.

    Die Metrostationen in Minsk waren über Stunden gesperrt, damit Demonstranten nicht ins Stadtzentrum gelangen konnten. Auch das mobile Internet war weitgehend abgeschaltet – so sollte die Verabredung von Protesten in der Stadt erschwert werden. Truppen sperrten mehrere Straßen – teils mit schwerer Technik.

    Trotz des Demonstrationsverbots und der Gewaltandrohung der Behörden marschierten Menschenzüge auf mehreren Straßen der Stadt – mit den historischen weiß-rot-weißen Flaggen. Sie skandierten: „Lang lebe Belarus!“. Die Behörden hatten eine Autokorso-Aktion der Unterstützer Lukaschenkos zugelassen, die Menschen schwenkten die rot-grünen Staatsfahnen.

    Proteste in Weißrussland

    In Minsk und anderen weißrussischen Städten demonstrieren seit Wochen Menschen gegen Langzeit-Staatschef Alexander Lukaschenko, der bei der Präsidentenwahl am 9. August nach amtlichen Angaben mit mehr als 80 Prozent der Stimmen wieder im Amt bestätigt worden ist. Die zahlenmäßig stärksten Proteste finden sonntags statt.

    Die Opposition erkennt das Wahlergebnis nicht an und hält ihre Kandidatin Swetlana Tichanowskaja für die Siegerin. Trotz andauernder Proteste, die teils niedergeschlagen werden, wurde Lukaschenko am 23. September vereidigt. Die Behörden sprechen unterdessen von einer Radikalisierung der Protestbewegung im Land.

    sm/dpa/gs

     

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    Proteste, Alexander Lukaschenko, Minsk