12:10 02 Dezember 2020
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    Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, soll laut einem Medienbericht dem russischen Staatschef, Wladimir Putin, in einem Telefongespräch die Bildung einer Arbeitsgruppe zur Krisenlösung in Bergkarabach vorgeschlagen haben. Zum Thema äußerte sich auch der Kreml-Sprecher, Dmitri Peskow.

    Am Montag hatte der TV-Sender „CNN Turk“ unter Berufung auf türkische diplomatische Quellen berichtet, dass der türkische Staatschef, Recep Tayyip Erdogan, seinem russischen Amtskollegen, Wladimir Putin, vorgeschlagen haben soll, eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Regelung der Situation in Bergkarabach zu organisieren.

    Demnach soll Erdogan diesen Vorschlag am 7. November während eines Telefongesprächs mit Putin unterbreitet haben. Laut dem TV-Sender könnte die Arbeit in diesem Format in den nächsten Tagen beginnen.

    Kreml nimmt Stellung 

    „Am Samstag haben wir über die Themen informiert, die während des Telefongesprächs der Präsidenten Putin und Erdogan behandelt wurden. Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Das Karabach-Thema wurde wirklich berührt“, beantworte Peskow gegenüber Journalisten die Frage, was die russische Seite vom Vorschlag über die Bildung einer Karabach-Arbeitsgruppe halte.

    Zugleich sagte der Kreml-Sprecher:

    „Die russische Seite gibt sich wie bisher alle möglichen Bemühungen für eine Regelung des Konflikts um Bergkarabach mittels diplomatischer Mittel.“

    Telefongespräch zwischen Erdogan und Putin

    Am Samstagabend hatte der Kreml bekannt gegeben, dass die Präsidenten Russlands und der Türkei ein Telefongespräch durchgeführt hatten. Russlands Staatschef informierte demnach seinen türkischen Amtskollegen über die zahlreichen durchgeführten Telefonate mit den Staatschefs Aserbaidschans und Armeniens. Die Kontakte orientierten sich an der Suche nach Varianten für eine möglichst schnelle Einstellung der Kampfhandlungen und den Beginn einer politisch-diplomatischen Regelung.

    Bergkarabach-Konflikt

    Die Gefechte um Bergkarabach dauern bereits seit Ende September an. Die verfeindeten Nachbarn geben sich immer wieder gegenseitig die Schuld am Ausbruch der Kämpfe.

    Der Konflikt in der hauptsächlich von Armeniern bewohnten völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörenden Region Bergkarabach brach im Februar 1988 aus, nachdem das Autonome Gebiet Bergkarabach mit Verwaltungszentrum in Stepanakert den Austritt aus dem Staatsverband der damaligen Aserbaidschanischen SSR verkündet hatte. Im September 1991 rief Stepanakert die Republik Bergkarabach aus, zu der das frühere autonome Gebiet und einige benachbarte von Armeniern bewohnte Siedlungen gehörten. Baku erklärte diesen Schritt für gesetzwidrig und löste die Autonomie von Karabach auf.

    Darauf kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Die Karabach-Armenier wurden von armenischen Diasporen in aller Welt unterstützt, während Aserbaidschan mit Gewalt versuchte, die Abspaltung der Region zu verhindern. Am 12. Mai 1994 trat ein Waffenstillstandsabkommen in Kraft. Aserbaidschan verlor seine Kontrolle über Bergkarabach sowie gänzlich bzw. teilweise über sieben benachbarte Kreise.

    Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts werden seit 1992 im Rahmen der Minsker OSZE-Gruppe geführt. Ihre Co-Vorsitzenden sind die USA, Russland und Frankreich. Bei dem Konflikt kamen nach Schätzungen rund 30.000 Menschen ums Leben.

    ak/sna/ae

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    Tags:
    Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin, Regelung, Bergkarabach-Konflikt, Türkei, Russland