15:54 25 November 2020
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    Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat Russlands Bestreben, im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan aktiver zu vermitteln, bekundet. Demnach gilt es so schnell wie möglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

    „Russland beabsichtigt aktiver an der Beilegung und nicht an der Befeuerung des Konflikts mitzuwirken. Momentan habe ich den Eindruck, dass sich Russland sehr aktiv für eine Beilegung einsetzt“, sagte die Außenamtsprecherin in einer Radiosendung. 

    „Wir nutzen alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um die Situation zu regeln und die Konfliktparteien für einen künftigen politisch-diplomatischen Prozess an den Verhandlungstisch zu bringen“, fügte Sacharowa hinzu.

    Des Weiteren äußerte sie sich zum Standpunkt der Türkei, die sich mehrmals für eine militärische Lösung in Bergkarabach ausgesprochen hatte. Moskau habe in der Vergangenheit seinen Ansatz für eine Beilegung des Bergkarabach-Konflikts deutlich gemacht und sich gegen ein gewaltsames und militärisches Vorgehen bei diesem Problem ausgesprochen. 

    „Wie mehrmals zu vernehmen war, kamen aus Ankara diesbezüglich andere Verlautbarungen. Ich kann den russischen Standpunkt nur erneut betonen: Unser Land unterstützt nicht den gewaltsamen Weg zur Problemlösung und Beilegung dieser Krise. Wir für unseren Teil rufen die Seiten zur sofortigen Einstellung der Kampfhandlungen auf“, so Sacharowa. 

    Türkei pocht auf militärische Lösung 

    Aserbaidschanische Soldaten in Bergkarabach (Archivfoto)
    © Sputnik / Verteidigungsministerium Aserbaidschans / Handout
    Zuvor erklärte die Türkei ihre Bereitschaft, Aserbaidschan im Bergkarabach-Konflikt sowohl am Verhandlungstisch als auch auf dem Kampffeld zu unterstützen. Nach Ansicht der Türkei hält Armenien seit Jahrzehnten aserbaidschanisches Land besetzt. Aserbaidschan sei nun gezwungen gewesen, dieses Problem selbst zu lösen, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan im Hinblick auf die Kampfhandlungen in Bergkarabach. 

    Am vergangenen Sonntag hatte der türkische Staatschef Baku zur angeblichen „Eroberung der strategisch wichtigen“ Stadt Shusсhi und „Befreiung von sieben Regionen“ in Bergkarabach gratuliert. Laut Erdogan wird Aserbaidschan die Kämpfe bis zur völligen Befreiung von Bergkarabach führen.

    Die Gefechte um Bergkarabach zwischen Armenien und Aserbaidschan dauern seit Ende September an. Die verfeindeten Nachbarn machen einander für das Ausbrechen der Kämpfe verantwortlich. Auf beiden Seiten gibt es zahlreiche Tote zu beklagen. Am 9. Oktober kamen die Außenminister von Armenien und Aserbaidschan auf Initiative Russlands zusammen. In den mehr als zehn Stunden dauernden Verhandlungen einigten sich die Konfliktparteien auf einen Waffenstillstand sowie auf einen Gefangenen- und Gefallenenaustausch. Doch schon bald darauf meldeten beide Seiten Verstöße gegen die Waffenruhe. Seitdem wurden zwei weitere vereinbarte Waffenruhen gebrochen. 

    mka/gs

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    Bergkarabach-Konflikt