12:48 04 Dezember 2020
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    Vor dem Hintergrund massiver internationaler Sanktionen ist auf der Krim am Dienstag das erste ausländische Honorarkonsulat eröffnet worden.

    Das zeugt von einem Durchbruch der internationalen Blockade der Schwarzmeer-Halbinsel, teilte der Chef der Arbeitsgruppe zu völkerrechtlichen Fragen bei der ständigen Krim-Vertretung beim russischen Präsidenten, Alexander Molochow, mit. 

    Konkret geht es um das Honorarkonsulat des mittelamerikanischen Staates Nicaragua. Die Eröffnung fand unter Beteiligung der nicaraguanischen Botschafterin in Russland, Azucena Torres, statt. Zum Honorarkonsul wurde der ehemalige Gesandte von Präsident Putin auf der Krim, Oleg Belawentsew, ernannt. Den Posten eines Honorarkonsuls bekommt, im Unterschied zu klassischen Konsulen, üblicherweise ein Bürger des Empfangsstaates, der die Interessen des Entsendestaates vertritt. Seine Arbeit wird nicht vergütet. 

    „Dieses wunderbare Ereignis – die Eröffnung eines Honorarkonsulats Nicaraguas auf der Krim – wurde zu einem weiteren Zeugnis dafür, dass die internationale Blockade der Halbinsel unbedingt gebrochen wird“, sagte Molochow.

    Er äußerte auch die Zuversicht, dass Russland so viel wie möglich mit den Ländern der „Dritten Welt“ auf internationalen Plattformen zusammenarbeiten, „das Wort der Wahrheit in die Welt tragen und die Mythen über die ‚Besatzung‘ entlarven“ wird.

    Die Kooperation zwischen Russland und Nicaragua entwickelt sich derzeit sehr aktiv. Russland baut dort einen Betrieb zur Herstellung von Impfstoffen gegen Influenza. In dieser Region Mittelamerikas bestehe auch ein Potenzial für Ölerkundung, so Molochow. Er äußerte außerdem die Hoffnung auf einen baldigen Besuch einer Krim-Delegation in der nicaraguanischen Hauptstadt Managua sowie darauf, dass bald nicaraguanische Studenten zum Studium auf die Krim kommen. 

    Nicaragua hat die Krim bereits 2014 als Teil Russlands anerkannt. 

    Hintergrund 

    Die Krim war im März 2014 – nach gut 22 Jahren in der unabhängigen Ukraine – wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Halbinsel bei einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Anlass für die Volksabstimmung war ein nationalistisch geprägter Staatsstreich in Kiew.

    Die ukrainische Regierung erkennt die Abspaltung der Krim nicht an. Die westlichen Staaten hatten den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch und die von der Opposition gestellte Regierung in Kiew akzeptiert, jedoch nicht das Krim-Referendum. Nach dem Beitritt der Halbinsel zu Russland verhängten die USA und die EU Sanktionengegen Russland und die Krim.

    om/sb

     

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    Tags:
    Russland, Nicaragua, Eröffnung, Honorarkonsulat, Krim