16:28 28 November 2020
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    Armeniens Führung plant, zwei Piloten des über dem Territorium des Landes abgeschossenen russischen Hubschraubers post mortem mit staatlichen Auszeichnungen zu ehren. Dies teilte die Pressesprecherin des armenischen Verteidigungsministeriums, Schuschan Stepanjan, am Montag mit.

    „Die russischen Piloten sind zum Bedauern gestorben (…). Mit Zustimmung des Verteidigungsministeriums Russlands sollen sie post mortem mit staatlichen Auszeichnungen Armeniens gewürdigt werden“, schrieb Stepanjan auf ihrer Facebook-Seite. 

    Kampfhubschrauber Mi-24 der russischen Streitkräfte in Armenien (Archivbild)
    © Sputnik / Asatur Jessajanz (ARCHIVFOTO)
    Ihr zufolge übermittelt das Verteidigungsministerium Armeniens dem russischen Verteidigungsamt sein tief empfundenes Beileid zum Tod der Piloten und spricht allen Leidtragenden herzliche Teilnahme aus. Im Konflikt um die Südkaukasus-Region Bergкarabach war am Montagabend ein russischer Mi-24-Kampfhubschrauber im Luftraum über Armenien abgeschossen worden. Wie der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, mitteilte, erfolgte der Abschuss außerhalb des Kampfgebietes.Zwei Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben, ein weiteres wurde mit mittelschweren Verletzungen auf die russische Militärbasis in Gjumri gebracht.

    Die aserbaidschanische Seite räumte ein, den russischen Hubschrauber versehentlich abgeschossen zu haben.

    „Die aserbaidschanische Seite bittet Russland angesichts dieses tragischen Vorfalls, der zufälliger Natur und nicht gegen Russland gerichtet war, um Entschuldigung“, heißt es in einer Erklärung des aserbaidschanischen Außenministeriums. Das Land spreche den Angehörigen der Opfer sein aufrichtiges Beileid aus. Baku erklärte sich außerdem zu einer Schadensersatzzahlung an Russland bereit. 

    Der Hubschrauber stürzte in der Nähe der armenischen Ortschaft Jerasch an der Grenze zur aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan ab. Der Mi-24 eskortierte gerade eine Autokolonne der 102. russischen Militärbasis. 

    Konflikt um Bergkarabach

    Der seit dem Zerfall der Sowjetunion schwelende Konflikt um Bergkarabach war am 27. September eskaliert. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, es gibt Opfer unter Zivilisten. Die beiden Ex-Sowjetrepubliken machten sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich und ordneten die Mobilmachung an. 

    Aserbaidschan hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über das bergige Gebiet mit etwa 145.000 Bewohnern verloren. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe.

    Aserbaidschan wird vom Nato-Land Türkei unterstützt, Armenien ist wiederum Mitglied des von Russland geführten Militärbündnisses OVKS. Inzwischen haben Russland, Armenien und Aserbaidschan eine Erklärung über die Einstellung der Kampfhandlungen in Bergkarabach unterzeichnet, was unter anderem der russische Präsident Wladimir Putin in einer Sonderrede mitteilte. Die Vereinbarung sieht unter anderem den vollständigen Waffenstillstand ab dem 10. November und den Austausch von Militärgefangenen vor.

    ls/sb

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    Tags:
    Aserbaidschan, Russland, Armenien, Mi-24